Solidarische Landwirtschaft

Versorgungsgemeinschaft Solawi

Saisonale Ernährung und das Vertrauen in die Lebensmittel steht bei solidarischen Landwirtschaften an erster Stelle. Während auf dem freien Markt Mensch und Lebensmittel an Wert verlieren, werden woanders versucht, Alternativen zu schaffen.
Gemüsekiste
Gemüseabholung im Treffpunkt Libelle

Kleine Beete, Sterngartenodyssee – ausgefallen klingen sie ja, die Namen der verschiedenen SoLaWi-Gruppen in Leipzig. Der Begriff steht für solidarische Landwirtschaft. Dabei gehen Landwirt und Abnehmer zusammen durch das Erntejahr. Aufgaben wie Verwaltung, Buchhaltung und Lieferung werden auf die Mitglieder aufgeteilt. Auch auf den Acker geht’s für alle mal, um bei der Ernte mitzuhelfen. Es herrscht Gemeinschaft statt Hierarchie. Durch die Unterstützung kann es sich Philipp, Gärtner der Kleinen Beete, leisten, eine Vielfalt an Gemüse anzubauen. Im Sommer reicht das Angebot von Bohnen und Tomaten bis hin zu Blumen, während im Winter vorrangig Wurzelgemüse vorhanden ist. 

Was am Ende in die Kiste kommt, entscheidet nicht nur der Wechsel der Jahreszeiten, sondern auch das Wetter. Till, Mitgründer der Gruppe Sterngartenodyssee, erklärt:

Zum Beispiel weiß man, wenn der Salat mit überdurchschnittlich viel Erde besät ist, dass es mal stark geregnet hat. Wenn die Tomaten besonders süß und lecker sind, dann war das Wetter in der Vergangenheit besonders gut.

Till von "Sterngartenodyssee"

So kommt man der Natur und dem eigenen Lebensmittel wieder ein Stück näher.

Do It Yourself-Gemüsekiste für Jedermann

Jeden Mittwochabend liegt das Gemüse im liberalen Treffpunkt Libelle aus. Anders als bei der klassischen Gemüsekiste gibt es einen Lieferzettel, auf dem verzeichnet ist, wie viel sich jedes Mitglied mitnehmen darf. Dann wiegt sich jeder seine Kiste selbst ab. Auch Olivenöl, Honig, Saft und vieles mehr sind über die Gruppe beziehbar.

Damit niemand ausgeschlossen ist, gibt es bei vielen solidarischen Landwirtschaften eine sogenannte Bieterrunde. Einkommensschwächere können weniger bezahlen, was andere, die besser bei Kasse sind, mit ihrem Beitrag wieder ausgleichen können. So bleibt die Sicherheit für den Gärtner gewährt, selbst wenn durch schlechtes Wetter weniger Gemüse geerntet werden kann oder es Schädlinge gibt. Auch Zeit und Engagement bringt jeder mit, so viel er eben kann.

Die Internetseite Solidarische Landwirtschaft bietet mehr Informationen darüber, wo es in der eigenen Region Gruppen gibt und wie man sich beteiligen kann.

mephisto 97.6-Redakteurin Juliane Dietze hat mehr über das Konzept in Erfahrung gebracht:

Juliane Dietze über das Alternativprojekt der solidarischen Landwirtschaft
 
 

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Juliane Dietze, Karo Kafka
31.08.2016 - 14:45
  Wissen