Gespräche auf dem Roten Sofa

Verloren gehen, verschwinden, vermissen

Ulrike Almut Sandig lässt ihre Charaktere Verschwinden. Ganz leise und ohne großes Aufsehen. In der Alltäglichkeit gehen sie verloren und nicht immer werden sie vermisst.
Ulrike Almut Sandig liest aus ihrem "Buch gegen das Verschwinden"

Das "Buch gegen das Verschwinden" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und die zweite reine Prosaveröffentlichung von Ulrike Almut Sandig. Entstanden ist das "Buch gegen das Verschwinden" durch die Unterstützung eines Arbeitsstipendiums des Berliner Senats, das Sandig im vergangenen Jahr erhalten hat.

Die Geschichten sind so alltäglich, wie die Figuren, von denen Sandig erzählt – zerrüttete Familienverhältnisse, sich auflösende Freundschaften oder Einsamkeit im Alter. Und überall webt sich das Verloren gehen, Verschwinden und Vermissen in die Leben der Protagonisten – als verbindendes Glied zwischen den Geschichten.  

Den alltäglichen Handlungen steht eine auffallende Formsprache gegenüber. Der Kontrast zwischen schmucklos und herausgeputzt unterstreicht auf beklemmende Art und Weise die Hilflosigkeit und Ohnmacht, die sich den Personen in Sandigs Geschichten gegenüberstellt.

Das „Buch gegen das Verschwinden“ ist interessant, fesselnd und beklemmend. Sandig versteht es, ihre Leser an die Hand zu nehmen und durch die Geschichten zu führen. Und das ist auch nötig, denn ohne einen starken Erzähler sind die Geschichten zu abschreckend, um sie ganz zu durchdringen. 

 

Ulrike Almut Sandig auf dem Roten Sofa im Gespräch mit Anna Diepold.
 
 

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Anna Diepold
15.03.2015 - 12:01
  Kultur

Ulrike Almut Sandigs "Buch gegen das Verschinden" ist im Verlag Schöffling und Co. erschienen und kostet 18,95 €.