Gespräche auf dem Roten Sofa

Verlag: Schreibtisch

Internet und seine Freiheiten. Bücher müssen heutzutage nicht mehr Oldschool bei einem Verlag verlegt werden. Das geht auch ganz einfach vom Schreibtisch aus. Zwei Autoren stehen Rede und Antwort.
Die Selfpublisher David Gray und Stefanie Maucher
David Gray und Stefanie Maucher haben in einer Gesprächsrunde über Selfpublishing gesprochen.

E.L. James hat mit ihrer Reihe “50 Shades of Grey” gezeigt, wie man seine Bücher erfolgreich selber verlegt. Die Reihe ist ursprünglich im Selbstverlag erschienen. Aber auch deutsche Autoren schaffen es, ihre Bücher vom Schreibtisch aus zu verlegen. Doch den Weg in diese Selbstständigkeit ist meist nicht so einfach. Das Startkapital, um ein Buch zu verlegen, muss vom Autor erst einmal selber aufgebracht werden. Eine Aufgabe, die sonst eigentlich von den Verlagen übernommen wird. Doch wie kommt man auf die Idee, seine Bücher selber zu verlegen? Stefanie Maucher und David Gray – zwei deutsche Self Publisher – wissen wie es geht und meinen, es ist kein Akt der Verzweiflung.

Selbsständig und ohne Plan

Maucher und Gray sind beide durch Zufall zum Self Publishing gekommen. Zuerst war da eine Internetplattform, die das schnell ermöglicht hat, dann noch ein Skript in der Schreibtischschublade und ein wenig Interesse an Neuem. Doch ganz so leicht, wie es sich zu Beginn anhört, ist es dann auch wieder nicht.

Wenn’s Mutti macht, wird’s Schrunz!

David Gray, Self Publisher Autor

Alles was Verlage für die Autoren machen, müssen Self Publisher von vornherein selbst organisieren. Das fängt bei der Gestaltung des Buchcovers an, geht weiter über das Redigieren und hört beim Marketing auf. Das Lektorat sollte im besten Fall professionell passieren. Auch wenn es verlockend günstig erscheint – Freunde und Verwandte sind für diesen Job nicht geeignet, sondern jemand mit objektivem Hintergrund. Bei dem Bewerben der Bücher sind die Self Publisher meist auf sich selbst und ein großes Onlinenetzwerk angewiesen. Da die Bücher nicht einfach im Laden ausliegen, muss die Lektüre halt anders verkauft werden.

Amazon all inclusive

Der meist genutzte Service beim Self Publishing ist immer noch Amazon Kindle Direct Publishing. Neben einem schnellen Verlegen ist es dort auch leicht möglich, seine Bücher bei Bedarf auch drucken zu lassen. Außerdem ist Amazon die größte Anlaufstelle für E-Books. Wenn der Autor möchte, kann er sogar bei bestimmten Marketingstrategien, wie Vergünstigungen des E-Books zur besseren Positionierung auf der Webseite, teilnehmen.

Unabhängigkeit vs. Rechnungen bezahlen

Mit viel Engagement und Ehrgeiz ist es sogar möglich, seine Rechnungen vom Self Publishing zu bezahlen. Maucher und Gray haben beide den Absprung geschafft und können vom Schreiben leben. Natürlich muss man dafür viel Zeit und Ehrgeiz investieren, um regelmäßig etwas zu publizieren. Stefanie Maucher hat sogar schon mal ein Angebot von einem Verlag ausgeschlagen, da er einfach zu wenig Geld für ein Buch geboten hat. Außerdem ist das Schreiben bei einem Verlag weitaus langatmiger, bevor das Buch auf dem Markt kommt, als andersherum.

Sachbuch oder Roman?

Wenn man als Self Publisher erfolgreich sein möchte, ist es ratsam, ein gängiges Genre der Genreliteratur zu wählen. Zwar gibt es laut Gray auch Self Publisher, die ein Sachbuch veröffentlicht haben, doch Krimis und Jugendbuchromane laufen halt immer noch am besten. Ein Buch selbst zu veröffentlichen, ist demnach doch nicht ganz so einfach. Doch die Möglichkeit steht heutzutage aufgrund des Internets und seinem riesigen Angebot jedem offen.

 

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Stefanie Maucher ist in Stuttgart geboren und wohnt seit 2013 im schönen Leipzig. Sie hat ihre Liebe zu Büchern schon früh entwickelt und fing schon in der dritten Klasse mit dem Schreiben an. 2011 nahm sie an einem Krimi-Schreibwettbewerb teil und gewann mit ihrer Geschichte „Ferropolis“ den ersten Platz. Mittlerweile hat sie sieben Bücher veröffentlicht.

DavidGray ist geborener Leipziger und eigentlich Journalist und Drehbuchautor. Der Name ist ein Synonym. Er lebt in Leipzig, Hamburg und Irland. Er ist großer Sherlock Holmes-Fan und hat deshalb eine eigene Roman-Serie dazu geschrieben. Sein erfolgreichstes Buch ist der historische Thriller „Wolfswechsel“.