Infrastruktur

Verkehrsberuhigung am Lindenauer Markt

Das Zentrum des Leipziger Westens soll in den nächsten drei Jahren ruhiger und fußgängerfreundlicher werden. Bis 2020 möchte die Stadt für das Verkehrskonzept 550 000 Euro ausgeben.
Künftig wird der Lindenauer Markt weniger zugeparkt sein.

Nordseite wird zur Fußgängerzone

Graue Häuser und breite verwahrloste Straßen prägten bis in die 1990er Jahre das Bild des traditionellen Arbeiterviertels Lindenau. Ab 1999 wurde die Gegend um den Lindenauer Markt grundlegend modernisiert und ist heute lebendiges Zentrum des Stadtteils. Jedoch gibt es im Viertel sehr viel Straßenverkehr, besonders um die Filiale der Supermarktkette Kaufland verstellen viele Autos die Straßen. In den kommenden drei Jahren soll deshalb der Verkehr stark beruhigt werden. Das sei vor allem notwendig, um dem Charakter Lindenaus als Wohnviertel gerecht zu werden, meint Eva Brackelmann vom Quartiersrat Leipziger Westen:

Es ist klar: Lindenau ist ein Wohngebiet - hier wohnen viele Menschen, viele Familien, viele kleine Kinder. Hier gibt es Schulen, Sportvereine und Sportplätze. Es gibt einfach viel Begängnis und die Verkehrsteilnehmer müssen mehr Rücksicht aufeinander nehmen. Das betrifft auch die Autos und die Lkws.

 

Laut Entwurf des Stadtrats sollen bis Ende dieses Jahres Tempo-20-Zonen eingerichtet werden. Im kommenden Jahr folgen dann zusätzliche Sitzmöglichkeiten und mehrere Fußgängerüberwege für die Schüler der Nachbarschaftsschule. Für 2018/2019 ist dann der Umbau der Nordseite des Markts geplant. Der Abschnitt zwischen Demmering- und Henricistraße wird dabei zur Fußgängerzone. Für diese Maßnahmen möchte die Stadt 550 000 Euro ausgeben. Perspektivisch soll auch die Straßenbahnhaltestelle Lindenauer Markt verlegt werden. Das geschieht aber wohl erst nach 2020.

Bürger miteinbezogen

Über Verkehrsberuhigungen am Lindenauer Markt beraten Anwohner, Einzelhändler und Vereine vor Ort schon seit mehreren Jahren. Ab dem Frühjahr 2016 hat die Stadt Leipzig ihre Pläne für den Lindenauer Markt in Bürgerworkshops diskutiert. Eva Brackmann vom Quartiersrat, einer Vereinigung von Bürgern im Leipziger Westen, zeigte sich nach Gesprächen mit der Stadt zufrieden:

Die Stadt Leipzig ist sehr offen gewesen für die Ideen, die nicht nur aus dem Quartiersrat gekommen sind.  Auch die Ideen, die aus den Bürgerforen und dem Stadtteilverein stammen, sind intensiv mit aufgenommen worden.

 

Bevor aus den Ideen Realität wird, muss der Entwurf des Stadtrats noch einige Hürden nehmen. Zurzeit liegt er bei mehreren Ämtern der Stadt zur Unterzeichnung vor. Erst wenn es von dort grünes Licht gibt, kann er dem Stadtrat vorgelegt werden. Eine Zustimmung gilt aber als sicher, da der Entwurf von vielen Fraktionen getragen wird. 
 
Den Beitrag von Raphaela Fietta können Sie hier nachhören: 
Raphaela Fietta über die Pläne zum Lindenauer Markt
 
 

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Carsten Fiedler
06.01.2017 - 19:54