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Vergesst Alice Schwarzer!

Alice Schwarzer wird wie keine zweite mit dem Feminismus in Deutschland assoziiert. Unser Redakteur findet: Das muss ein Ende haben! Schließlich verweigert sie sich jeglicher Kritik und Weiterentwicklung!
Alice Schwarzer
Alice Schwarzer

Wenn man in Deutschland über Feminismus sprechen möchte, kommt man an Alice Schwarzer nicht vorbei. 2008 kürte sie das Magazin "Cicero" zur zweiteinflussreichsten Intellektuellen Deutschlands. Vor 40 Jahren gründete sie das Magazin "Emma" und seitdem streitet sie unentwegt für die Frauenwelt – auch an Fronten, die eigentlich nicht mehr dazugehören. Aber Alice als alte Allzweckwaffe der 70er-Jahre-Frau schmeißt sich ins Getümmel. Klingt doch alles ganz gut. Aber warum erfüllt es mich mit Genugtuung, wenn Alice Schwarzer dieses Zitat aus einem Raptext vorliest?

Du siehst aus wie ein Stück Scheiße mit zwei Augen und einem Tanga. Halt dein Maul, Frau, du gehst mir auf den Sack.

Schließlich war sie ja die Speerspitze der deutschen Frauenbewegung. Keine schrie lauter, keine setzte sich in der Öffentlichkeit mehr für die unterdrückte Frau ein. Nur irgendwann kippte das Ganze und Alice wurde für den Feminismus, was die verrückte Katzenlady aus den Simpsons für die Katzen wurde. Ihr öffentliches Engagement beschränkt sich inzwischen auf … sagen wir fantasiereiche Thesen - wie diese hier zur Kölner Silvesternacht bei Lanz:

Wir müssen uns fragen, ob zu den Kalaschnikows und den Granaten eine Strategie sexueller Gewalt kommt.

Genau. Denn die Nafris wurden vom IS geschickt, um Deutschland zu destabilisieren. Also aufgepasst: Ab heute wird zurückgefickt! Brauchen wir dann schon eine Sondereinheit junger, durchtrainierter Frauen und Männer, die die Terroristen sexuell auslaugen, bevor sie überhaupt hier ankommen?

Das Paradigma: Sexuelle Gewalt

Ach ja, Feminismus: Die restliche Zeit verbringt Schwarzer damit, alte Artikel neu abzudrucken. Denn geändert hat sich nichts. Das Paradigma ist und bleibt sexuelle Gewalt. Kommentar aus dem Jahr 2008:

Dieser Text wurde 1984 geschrieben. Es gibt darüber hinaus nichts zu sagen. Und es ist in den vergangenen 24 Jahren nur schlimmer geworden.

Und natürlich ist ihr Urteil das Richtige – auch wenn der Rechtsstaat etwas anderes sagt, als beim Kachelmann-Prozess. Der Wettermoderator wurde von seiner Geliebten beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Der Prozess dann war ein riesiges Medienspektakel, über den Schwarzer für die Bildzeitung berichtete. Kachelmann wurde freigesprochen. Schwarzer behielt ihren Standpunkt aber bis zur einstweiligen Verfügung bei. Was ist denn auch ein Freispruch wert?

Noch ein Beispiel: Für ihre These, Geschlechter seien nur soziales Konstrukt, hält noch immer ein - sagen wir unpassendes - Beispiel her: Bruce Reimer. Bei seiner Beschneidung wurde sein Penis verbrannt und was macht der findige Arzt da? Richtig, alles wegschneiden und ihn von den Eltern als Brenda großziehen lassen. Für Schwarzer kein Problem. Sie sang eine Hymne auf Bruce/Brenda und feierte die Zwangskastration. Blöd nur, dass das Versuchsobjekt sein Leben lang damit gekämpft und sich schließlich umgebracht hat. Als Schwarzer ihre These aufstellte, war Bruce zwar erst zwölf, aber nach dem Selbstmord hätte man das Ganze wenigstens überdenken können.

Selbst ist die Frau!

Alice Schwarzer hat den Absprung verpasst. 2008 hat sie das Zepter der Emma-Regentschaft an Lisa Ortgies abgegeben. Diese wollte einen etwas weniger dogmatischen Kurs einschlagen, um die junge Zielgruppe mitzunehmen. Also führte sie ein Doppel-Interview mit einem Onlinesex-süchtigen Mann und seiner Frau. Welch grausames Schauspiel! Ein Verrat an der Frauenschaft! Also musste Ortgies gehen und Schwarzer übernahm die Sache wieder selbst.

Chance vertan. Alice Schwarzer hat sich in den Köpfen als Ikone des Feminismus festgesetzt. Der allerdings hat sich weiterentwickelt, sie nicht. Die nächste Generation steht schon bereit. Feminismus ist mehr als Alice Schwarzer. Er muss sich von seiner Emanze emanzipieren.

Der Kommentar von mephisto 97.6 Redakteur Matthias Weinzierl zum Nachhören – mit spritziger Spreche und frechen Klangspielereien:

Ein Kommentar von Matthias Weinzierl
 
 

Kommentare

das blöde ist diese wesen ist wie eine klette
sie sagt, ich zieh hass auf mich, und freut sich wohl als berufsfeministin darüber
sie ist um gar nichts besser wie die rechten mit ihrem hetzen und stimmung machen
wie ignorant muß man sein um solchen gestalten auf den leim zu gehen
zum glück ist sie schon so alt aber wer weis was wir noch von ihr erleben dürfen
sie ist ja immer noch unterdrückt und angepasst und leidet immer noch an ihren jugendlichen traumen
und in die schweiz zu ihrem geld wird sie jetzt wohl auch nicht mehr abhaun

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