Ökolandwirtschaft in Sachsen

Unter dem Bundesdurchschnitt

Die Nachfrage nach Produkten aus ökologischem Anbau steigt stetig. Sachsen belegt im Bundesvergleich allerdings nur den drittletzten Platz, wenn es um den Anteil an Bio-Anbauflächen geht.
Die Felder und das Gewächshaus auf dem Gelände von Ernte-mich.
Bei der Bio-Landwirtschaft belegt Sachsen einen der unteren Plätze

37.500 Hektar also 4,1 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen werden in Sachsen momentan ökologisch bewirtschaftet. Damit belegt Sachsen im Bundesvergleich einen der unteren Plätze. Die Gründe dafür seien vielschichtig, sagt Lena Weik vom Verband Bioland Ost. Der Ökolandbau habe keine Priorität in Sachsen, die Landesregierung gebe konventionellen Betrieben keinen wirtschaftlichen Anreiz auf Bio umzustellen. Landwirtschaftliche Betriebe müssen zuerst zwei Jahre ökologisch angebaut haben bevor sie ihre Produkte als Bioprodukte deklarieren können. Da die Betriebe in dieser Zeit kaum Umstellungsförderung erhalten, sind viele nicht in der Lage die Kosten für die Umstellung zu stemmen. In vielen anderen Bundesländern sei das anders, wie Weike erklärt. Eine Förderung ist in Sachsen jedoch im Gespräch. 

Wie viel Wert die Leipziger beim Einkaufen auf Bioprodukte legen, das haben sie uns bei einer Straßenumfrage verraten: 

mephisto 97.6 Redakteurin Sarah-Maria Ziewitz hat nachgefragt: Wie viel Wert legen die Leipziger auf Bio?
 

"Wir brauchen einen Ökoaktionsplan!"

Die Nachfrage an Bioprodukten sei in den letzten Jahren so stark angewachsen, dass das Angebot dem nicht nachkommt konstatiert Weik. Die entsprechende Produkte müssen demnach importiert werden. Deshalb sei es für Bioland Ost besonders erstrebenswert, die Nachfrage wieder aus regionalem Anbau decken zu können. Durch die niedrigen Preise für Produkte aus konventioneller Landwirtschaft seien im Moment aber viele Betriebe aus wirtschaftlicher Sicht an einer Umstellung interessiert – ein Lichtblick. Außerdem sehe die Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes ohnehin vor, 20 Prozent der bundesweiten Landwirtschaftsflächen für den Ökolandbau zu verwenden. Dies würde auch die Umweltbelastung senken. Von der Landesregierung wünscht sich der Verband einen Ökoaktionsplan für Sachsen. Besonders Förderung im Bereich der Bildung und Forschung sei wichtig. 

"Treu, qualitätsbewusst und neugierig!"

Auch die Ökokiste Leipzig formuliert konkrete Wünsche an Tillich & Co. Der Betrieb vertreibt Abonnements für die sogenannten "Ökokisten" – Kisten voller regional angebauter Biolebensmittel, die einmal wöchentlich an ihre Abonnenten versandt werden. Für Kevin Hoffmann von der Ökokiste wäre die Einführung des Schulobsts ein guter Schritt in die richtige Richtung. Dann würden Sachsens Schulen Gelder von der Landesregierung bekommen, um regionales Obst zu beziehen – und so eine feste Einnahmequelle für die Betriebe darstellen und zur Festigung der Ökolandbau-Strukturen beitragen. 

Der Verbraucher sucht jetzt nach Lebensmitteln, die den nachhaltigen Anbau mit berücksichtigen.

Kevin Hoffmann, Ökokiste Leipzig

Besonders gefragt bei den Konsumenten, die Hoffmann als "treu, qualitätsbewusst und neugierig" beschreibt, seien Produkte aus dem eigenen Anbau wie Zwiebeln, Kartoffeln, Knoblauch, Salate und Tomaten. Um den hohen Qualitätsansprüchen der Kunden gerecht zu werden, arbeite die Ökokiste stets daran, das Angebot vielfältiger zu gestalten. 

mephisto 97.6 Redakteurin Sarah-Maria Ziewitz hat einen genaueren Blick auf die Situation der Bio-Höfe in Sachsen geworfen:  

mephisto 97.6 Redakteurin Sarah-Maria Ziewitz mit Details zur Ökolandwirtschaft in Sachsen
 
 

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