Frauenrechte

Unbeschwerte Kindheit adé

50% aller Flüchtlinge sind Frauen. Sie fliehen nicht "nur" aus Gründen wie Krieg oder Armut. Es gibt frauenspezifische Asylgründe, die oftmals noch minderjährige Mädchen dazu veranlassen aus ihrer Heimat und vor ihren Familien zu fliehen.
"25. November. NEIN zu Gewalt an Frauen. frei leben. ohne Gewalt." Plakat am Leipziger Stadthaus

Die Flüchtlingspolitik stellt momentan einen großen Bestandteil der Berichterstattung in den Medien dar. Meist wird dabei von „Männern“ oder „Familien“ gesprochen. Nur was ist mit den Frauen und jungen Mädchen? Auch sie flüchten.

mephisto97.6-Redakteurin Christin Sachtler besuchte am Tag gegen Gewalt an Frauen einen Informationsabend von Saida International e.V.: 

Christin Sachtler zu frauenspezifischen Fluchtgründen.

Laut UNICEF wird alle elf Minuten weltweit ein Mädchen genitalverstümmelt. Jede 20. Frau erlebt diese Art der Gewalt, so WHO. Dabei handele es sich um ein vor allem in afrikanischen Ländern praktiziertes Ritual, bei dem Mädchen durch das Erfahren von Schmerz auf das Erwachsenenalter vorbereitet werden sollen. Dass diese Tradition die Entwicklung einer Minderjährigen schwerwiegend beeinträchtigen kann, ist ihren Familien in Somalia, Eritrea, Guinea, Kenia oder Ägypten nicht bewusst.

Das Symbol für die gehorsame, unterdrückte Ehefrau

Doch wie kommt es dazu? In einigen Fällen leben die Familien der betroffenen Mädchen in Armut. Die Zwangsverheiratung stelle oft die einzige Möglichkeit dar, dem Mädchen eine Zukunft bieten zu können. Bildung sei nahezu unmöglich. Lediglich ein wohlhabender Geschäftsmann könne sie (und eventuell die ganze Familie) versorgen. Ein beschnittenes Mädchen sei das Symbol für die gehorsame, unterdrückte Ehefrau, die ihrem Mann in jeglicher Hinsicht gehorcht. Oftmals werden nicht beschnittene Mädchen als unästhetisch betrachtet oder gar von der Gesellschaft ausgestoßen. Frauenrechte gibt es nicht. Frauen haben keine eigenen Bedürfnisse und seien keine handelnden Subjekte. Eine Gesellschaft, in der die willkürliche Gewalt an Frauen und Kindern zum guten Ton gehören. Mit unseren Wertvorstellungen unvorstellbar grausam und eine Menschenrechtsverletzung.

 

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Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden äußere Geschlechtsorgane teilweise oder vollständig entfernt. Diese "Operation" findet zumeist mit nicht desinfizierten Messern oder stumpfen Rasierklingen unter unhygienischen Bedingungen statt, sodass das Infektionsrisiko entsprechend hoch ist. Die betroffenen Mädchen werden oft nicht narkotisiert. Das Alter der Mädchen variiert sehr stark. In einigen Regionen werden Säuglinge beschnitten, in anderen liegt das Alter zwischen 4 und 12 Jahren.