Islamophobie

Unausgewogene Berichterstattung

Gestern demonstrierten in Dresden 10.000 Menschen gegen eine "Islamisierung des Abendlandes". Der Islam wird von vielen Deutschen als Bedrohung empfunden. Daran tragen die Medien eine Mitschuld, sagt der Wissenschaftler Daniel Geschke.
Die blaue Moschee in Istanbul.
Nahe der blauen Moschee in Istanbul fand das Selbstmordattentat am 12.01.2015 statt.

In einer Studie haben Daniel Geschke, Jana Eyssel und Wolfgang Frindte den Zusammenhang von Fernsehkonsum und Islamophobie untersucht. Sie fanden heraus, dass Fernsehkonsum einen nachweislichen Effekt auf die Islamophobieausprägung beim Zuschauer haben kann. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Privatsender, die durch ihre dramatisierte und emotionalisierte Darstellung der Realität kein ausgewogenes Bild des Islams zeichnen. Aber auch die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF thematisieren den Islam in 81 Prozent der Fälle in einem negativen Kontext.

Die Darstellung der öffentlich-rechtlichen Sender bezüglich des Islams ist hochgradig problematisch.

Daniel Geschke

Die unausgewogene Darstellung hat Folgen, so Geschke:

Muslime und Islam werden verbunden mit Themen wie Extremismus, Terrorismus und Problemen bei der Integration.

Daniel Geschke

Laut Bertelsmann Religionsmonitor ist der Islam die Religion, die von der deutschen Bevölkerung am stärksten als Bedrohung wahrgenommen wird. Die Studie von Geschke, Eyssel und Frindte bietet dafür einen Erklärungsansatz. Die Unausgewogenheit und Konfliktorientierung der TV-Berichterstattung über den Islam wurde in mehreren Studien bestätigt. Die Islamophobie-Studie stellt die Folgen dieser Berichterstattung in den Mittelpunkt.

 

Ein Beitrag von Robin Schäfer über Islamophobie in Deutschland.
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