Heinrich-Budde-Haus in Gohlis

Die Kassen sind leer

Wöchentlich ist das Gohliser Heinrich-Budde-Haus Gastgeber für Tanzkurse, Malkurse, Sportkurse und viele andere Freizeitbeschäftigungen. Doch nun ist der Betreiberverein des Hauses insolvent. Wie geht es mit dem soziokulturellen Zentrum weiter?
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Seit 21 Jahren verwaltet der Heinrich-Budde-Haus Verein das Gohliser Kulturzentrum in der Lützowstraße. Das Haus bildete eine Begegnungsstätte im Norden von Leipzig: Wöchentlich trafen sich zahlreiche Vereine in der ehemaligen Fabrikantenvilla. Jetzt ist der Förderverein jedoch insolvent.

Verwaltung durch das Kulturamt

Deshalb wird das Haus ab September vom Kulturamt verwaltet. Die Leiterin des Kulturamtes, Susanne Kucharski-Huniat, hält sich zur Insolvenz bedeckt:

"Das Haus ist in städtischem Eigentum, das soll es auch bleiben. Wir haben 1999 mit diesem Verein einen Vertrag über die Betreibung des Hauses abgeschlossen und viele Jahre ist es auch gut gelaufen. Jetzt ist der Verein in Schwierigkeiten geraten, die so groß sind, dass er die Betreibung nicht weiter stemmen kann und wir quasi das Haus zurücknehmen."

Susanne Kucharski-Huniat, Leiterin des Kulturamts

Das Kulturamt nimmt als neuer Verwalter einige Änderungen vor: Die Untermietverträge können nun nur noch bis zum Jahresende laufen. Außerdem führt die Stadt zurzeit Gespräche mit allen Mietern des Hauses: Dabei wird abgestimmt, zu welchen Konditionen im nächsten Jahr ein Mietvertrag mit der Stadt Leipzig zu Stande kommt.

Zukunft: ein neuer Träger?

Susanne Kucharski-Huniat schließt aus, dass der Heinrich-Budde-Verein die Verwaltung des Hauses wieder übernehmen wird. Einen Plan für die Zukunft des Hauses gibt es aber schon: Für das kommende Jahr möchte die Stadt die Verwaltung des Hauses an einen neuen Träger abgeben. Das Kulturamt möchte sich mit allen Kulturvereinen zusammensetzen, die jetzt im Haus tätig sind. Dabei möchten sie sich über ein neues Profil des Hauses austauschen. Die Leiterin des Kulturamtes weiß, was dabei zu bedenken ist:

"Wir müssen ja bedenken, dass es in dem Stadtteil durchaus auch andere Kulturangebote gibt: das Gohliser Schlösschen ist gar nicht weit oder das Geyserhaus. Wir brauchen also ein gutes Profil und wir möchten dann im nächsten Jahr eine Art Ausschreibung starten, also Interessenten über eine öffentliche Angebotseinholung ansprechen."

Bis zum Jahresende ist das Heinrich-Budde-Haus gesichert. Wenn die Stadt keinen neuen Träger findet, könnte die sanierungsbedürftige Villa bald leer stehen.

 

Ein Beitrag zum Heinrich-Budde-Haus von Henrike Ebel.
Budde
 

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