Schulabbrecher in Sachsen

Too cool for school

Immer weniger Schüler in Sachsen beenden die Schule ohne Abschluss. In Leipzig sieht das anders aus – hier steigen die Zahlen der Schulabbrecher.
Mittelfinger hoch
Immer mehr Jugendliche in Leipzig brechen die Schule ab

Wie Sachsen im Deutschlandvergleich steht, wenn es um Schulabbrecher geht, und woran das liegt, hat mephisto 97.6 Redakteur David Seeberg zusammengefasst:

mephisto 97.6 Redakteur David Seeberg zu Schulabbrechern in Sachsen
0507 BmE Schulabbrecher

In Sachsen bricht laut einer neuen Caritas-Studie jeder 13. Jugendliche vorzeitig die Schule ab. Damit nimmt der Freistaat im bundesweiten Vergleich einen der hintersten Plätze ein. Und das, obwohl sich die Lage in Sachsen in den letzten Jahren verbessert hat. Von dem Wandel in Sachsen profitieren aber nicht alle Teile des Freistaats. So sieht es z. B. besonders dürftig in Leipzig aus. Hier verlassen zehn Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss. Generell fallen die Quoten in Deutschland sehr unterschiedlich aus. In Sachsen-Anhalt verlassen zum Beispiel doppelt so viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss, wie in Hessen. Das habe verschiedene Gründe, so Verena Lissem von der Caritas-Stiftung:

Wir haben eine große Untersuchung gemacht zu den Faktoren und da kam zum einen raus, dass das Schulsystem einen ganz großen Einfluss hat, die sozioökonomische Struktur vor Ort einen sehr großen Einfluss hat und der Anteil der Förderschüler spielt eine große Rolle. Dann aber auch die Arbeitslosenquote vor Ort und noch weitere Faktoren, sowas wie das Bildungsniveau.

Verena Lissem, Caritas-Stiftung

Pauschal lasse sich dagegen nicht sagen, ob städtische oder ländliche Regionen bessere Quoten vorweisen. Auch der Grad der Verschuldung von Kreis oder Stadt sei kein signifikanter Grund für die Ergebnisse. Um die Zahlen wirklich einschätzen zu können, sei es allerdings notwendig, sich die Schulsysteme der Länder genauer anzusehen, so Manja Kelch vom sächsischen Kultusministerium.

Wenn man von Schülern ohne Abschluss spricht, dann meint man Schüler, die am Ende ihrer Vollzeitschulpflicht kein Hauptschulabschluss erreichen. Und bei uns ist es so in Sachsen, dass die Schulpflicht ja noch weitergeht und die meisten holen dann ihren Schulabschluss, ihren Hauptschullabschluss im Berufsvorbereitungsjahr nach.

Manja Kelch, sächsisches Kultusministerium

Dadurch würden rund 97 Prozent der 20- bis 30-jährigen Menschen in Sachsen mindestens einen Hauptschulabschluss erzielen – ein Wert, der weit über dem Bundesdurchschnitt liege, so Kelch weiter.

Schwierigkeiten bei der Erfassung

Die unterschiedlichen Schulsysteme erschweren also das Verständnis von Bildungsstudien. Warum Leipzig nun eine besonders hohe Quote vorweist, lässt sich deshalb nicht so leicht sagen. Die Quote könnte jedoch einen Anstoß für eine engere Kooperation zwischen Schulen und sozialen Organisationen geben. Die Ausweitung von Projekten könnte dabei helfen, in Zukunft mehr Schülern dabei zu helfen nicht abzubrechen. 

 

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