"Corona und Leipzig"

Toilettenpapier für die Ewigkeit

In Zeiten der Corona-Pandemie haben wir ganz neue Erfahrungen gemacht und zuvor unwichtige Dinge haben plötzlich eine ganz neue Bedeutung gewonnen. Solche Objekte sammelt das Stadtgeschichtliche Museum von Leipzig.
cremetörtchen in klopapierform
Diese Cremetörtchen kreierte die Leipziger Bäckerei Kleinert, als das Klopapier in der Corona-Krise knapp wurde.

Ausstellung "Corona und Leipzig"

Wie hat sich unser Alltag in der Corona-Krise verändert? Wie hat sich diese Zeit auf das Leipziger Stadtbild ausgewirkt? Und welche Gegenstände sind untrennbar mit der Pandemie verwoben? Diese Fragen hat das Stadtgeschichtliche Museum aufgegriffen und gibt sie an die Leipzigerinnen und Leipziger weiter. Im Web, Social Media und im Museum selbst kann man Erfahrungsberichte und Fotos teilen oder Objekte vorschlagen - all das fließt in eine kleine Präsentation ein, die unter dem Titel „Corona und Leipzig“ bzw. „Mein Hoffnungszeichen“ im Museum zu sehen ist.

hoffnungszeichen in der corona-krise, ausgestellt im stadtgeschichtlichen museum
Leipzigerinnen und Leipziger teilen ihre Eindrücke aus der Corona-Krise.   

Entstanden ist das Projekt aus einer digitalen Schau, die das Stadtgeschichtliche Museum während des Corona-Lockdowns online präsentierte. Auf seiner Website und Social Media zeigte es täglich ein sogenanntes „Hoffnungszeichen“: Stücke aus seiner Sammlung, die auf die eine oder andere Weise in der Vergangenheit zur Krisenbewältigung dienten. Solche „Hoffnungszeichen“ der Leipzigerinnen und Leipziger aus der aktuellen Krise sammeln jetzt Isabel Panek (Abteilung Bildung und Vermittlung) und Carl Philipp Nies (Referent für Museumsentwicklung und bürgerschaftliche Beteiligung).

Im Museumsfoyer werden die Einsendungen ausgestellt. Zu sehen ist unter anderem ein Mundschutz aus der Produktion der Opernwerkstatt und eine Nachbildung von Cremetörtchen in Klopapier-Form, die eine Leipziger Bäckerei mit einem Augenzwinkern kreierte, als die weißen Rollen heißbegehrte Mangelware waren. Neben den Objekten sind Erfahrungsberichte, Fotos und Zeichnungen zu sehen. Das Museum arbeitet zum Beispiel mit Leipziger Grundschulen zusammen, doch laut Isabell Panek und Carl Philipp Nies beteiligen sich Menschen aller Altersklassen.

Das Sammeln der Gegenwart heute schafft für uns eigentlich die Grundlage, in Zukunft auch die Geschichte erzählen zu können.

Carl Philipp Nies, Referent für Museumsentwicklung und bürgerschaftliche Beteiligung

Viel Raum nimmt die Präsentation zwar nicht ein - das Ganze ist vor allem eine Einladung zur Mitgestaltung und eine Momentaufnahme aus der Corona-Zeit. Doch auch wenn die Stücke in den Vitrinen irgendwann ausgetauscht werden, hat das Stadtgeschichtliche Museum auch langfristig noch etwas mit ihnen vor: Wenn in der Zukunft einmal eine Ausstellung auf die Corona-Krise zurückblickt, sollen die „Hoffnungszeichen“ dort mit einfließen und die vielschichtigen Erlebnisse der Leipzigerinnen und Leipziger aus dieser Zeit in Erinnerung rufen.

Die Mitmach-Präsentation „Corona und Leipzig“ wird im Stadtgeschichtlichen Museum bis auf Weiteres, mindestens noch über den Sommer 2020, ausgestellt. Teilnehmen kann man vor Ort oder online (siehe Infokasten).

In unserem Podcast „Radio für Kopfhörer“ hat Georgia Dreßler von der Aktion berichtet. Hier könnt ihr das Gespräch nochmal nachhören:

Unsere Redaktuerin Georgia spricht über die Ausstellung "Leipzig und Corona"
Ausstellung Corona- Podcast
 

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Mitmachen bei der Aktion des Stadtgeschichtlichen Museums kann man direkt vor Ort und online. Auch telefonisch kann man Objekte vorschlagen unter 0341.9651340.