Wasserbüffel in Schkeuditz

Tierisch was los an der Weißen Elster

Wer in der letzten Zeit an der Weißen Elster in Schkeuditz spazieren war, ist dabei möglicherweise ein paar eindrucksvollen Tieren begegnet. Seit Anfang des Sommers stehen dort Wasserbüffel, die einen wichtigen Zweck erfüllen sollen.
Besitzerin Susanne Kleiber mit ihren Tieren

Moorfrosch, Zaunkönig, Gebänderte Prachtlibelle und Wasserbüffel. Alle diese Tiere sind im Auenwald und auf den Auenwiesen rund um Leipzig zu Hause. Moment, Wasserbüffel? Zugegeben, die elf Tiere haben sich nicht von selber an der Weißen Elster angesiedelt. Die Wasserbüffelherde wurde bewusst als temporärer Bestandteil für die Wiesen rund um das Gewässer in Schkeuditz ausgewählt. Auf Dauer soll sie eine wichtige Aufgabe erfüllen: für mehr Artenreichtum auf der Auenwiese sorgen.

Normalerweise werden die Gräser und Kräuter dort mit landwirtschaftlichen Maschinen in Schach gehalten. Revierförster Carsten Pitsch erklärt, welche Nachteile die Bewirtschaftung mit schweren Maschinen mit sich bringt: 

Revierförster Carsten Pitsch über die Wasserbüffel die seit diesem Sommer auf den Auenwiesen stehen
 

Entspannter Alltag für die Büffel

Um den Boden aufzulockern und ihm die Möglichkeit zur Regeneration zu geben, musste eine andere Lösung her. Auf der Grünfläche in Schkeuditz, die dem Sachsenforst gehört, hat sich Carsten Pitsch also für Wasserbüffel entschieden. Auch andernorts hat sich die Beweidung mit den großen, meist schwarzen Rindern bewährt. Ursprünglich kommen die Büffel aus Asien und werden dort primär als Lasttiere und Milch- sowie Fleischlieferanten genutzt. Da scheint der Aufenthalt auf der Weide an der Weißen Elster um einiges komfortabler. Denn die Hauptaufgabe der Tiere ist es, die Wiese von Brennnesseln, Kletten und Disteln zu befreien und das kommt für Wasserbüffel einem Festmahl gleich.

Und so lebt es sich als Wasserbüffel an der Weißen Elster:

Was die Büffel noch lieber essen als Brennnesseln, weshalb Besitzerin Susanne Kleiber Wasserbüffel züchtet und warum sogar die BILD die Tiere schon auf ihrer Weide in Schkeuditz besuchte, hat mephisto 97.6 Redakteurin Johanna Bastian herausgefunden:


 

 

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Johanna Bastian
07.09.2016 - 11:49
  Wissen

Wasserbüffel (Bubalus arnee)

Gewicht: 500-1.200 kg

Lebenserwartung: 20-25 Jahre

Verbreitung (wilde Wasserbüffel): ursprünglich Asien, ausgewilderte Büffel in  Australien 

Lebensraum: Sumpfgebiete, dicht bewachsene Flusstäler

Aussehen: meist graues, braunes oder schwarzes Fell, große Hörner mit einer Länge von bis zu 2 m

Die zur Gattung der Stirnwaffenträger gehörenden Rinder stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Domestizierte Tiere gibt es auf der ganzen Welt. Der Bestand ihrer wildlebenden Artgenossen wird aber auf unter 4000 Tiere geschätzt. Zum Vergleich: Alleine in Sachsen lebten im Jahr 2015 etwa 120-mal so viele Rinder (ganze 504.315 Tiere).