M19 – Das lange Interview

Teufelszeug in der Nachwendezeit

Spätestens seit der Erstausstrahlung der Serie "Breaking Bad" im Jahr 2008 hat die Droge Crystal Meth einen medialen Hype erlebt. Der Autor Sebastian Caspar beschäftigte sich in seinem Roman "Zone C" mit seinen eigenen Erfahrungen mit der Droge.
Der Auto Sebastian Caspar mit seinem Roman "Zone C"
"Mit dem Buch habe ich die Hosen runtergelassen", erzählt Auto Sebastian Caspar.

"Es ist eine Reise für mich gewesen", sagt der Autor Sebastian Caspar. In seinem Roman "Zone C" verarbeitet der Diplom-Sozialpädagoge seine eigene Geschichte über seinen Drogenkonsum. Er selbst habe seit 1998 acht Jahre lang die Droge Methamphetamin, auch als Teufelsdroge Crystal Meth bekannt, konsumiert. Seit 2010 schrieb er an seinem Buch. Die meisten Textfragmente entstanden jedoch schon innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Nach der Veröffentlichung 2014 erfolgt nun im Jahr 2016 die zweite Auflage.

Die Handlung

Der Debütroman sei ein "verstörendes Porträt der Nachwendejugend", heißt es auf Sebastian Caspars Website. Das Liebesdrama im Drogenrausch erzählt vom Crystal-Süchtigen Sten. Der 19-Jährige lebt gemeinsam mit seiner depressiven Mutter in einer Kleinstadt im Osten Deutschlands. Die Eltern sind getrennt. Seine einzige Bezugsperson in der Familie ist sein Opa. Die Freundin Asic hat die Stadt verlassen um zu Studieren. Der Entschluss folgt einem Nervenzusammenbruch als Ausweg aus der Abhängigkeit. Seither ist auch der Kontakt zu Sten, als schlechten Einfluss, Tabu. Den Job als Paketfahrer hat Sten verloren. Seither widmet er sich nur noch lockeren, unverbindlichen Beziehungen und dem Drogenkonsum gemeinsam mit Kumpel Monti.

Es ist kein Buch, das ausschließlich auf die Gefahren durch Drogenmissbrauch hinweist, sondern es ist eher das Porträt einer verzweifelten und hoffnungslosen Jugend, die trotz aller Möglichkeiten ohne Perspektive ist.

Der Autor

Der gebürtige Weißenfelser beschäftigte sich anfangs hauptsächlich mit dem Verfassen von Lyrik. Die Bekanntschaft zu einem Germanistikstudenten im Jahr 2000 insoirierte ihn jedoch zu prosaischen Texten. "Schreiben ist nicht gleich schreiben", erklärt er. Denn die Veröffentlichung eines Buches ist kein leichtes Unterfangen. 

 

Der Autor des Romans "Zone C" Sebastian Caspar
Der Autor Sebastian Caspar.

"Du musst dich schon entscheiden, ob du Bock auf dieses Business hast, in dem du zu 99 Prozent nur Absagen bekommst." Die anfänglich frustrierende Suche nach einem geeigneten Verlag und das Anschreiben von etwa 200 Literaturagenten zahlte sich letztlich aus. Am 01. Januar 2014 erschien das Erstlingswerk im KLAK–Verlag. Seither gibt Sebastian Caspar viele Lesungen und leistet Präventions an Schulen. Seit 2015 ist "Zone C" sogar Lektüreempfehlung für Schulen in Sachsen–Anhalt. Für den Autoren ist das eine Erweiterung.

"Es zeigt, dass das Buch nicht nur eine private Geschichte ist, sondern eine wissenschaftliche und pädagogische Ebene erreicht."

Das Thema

Eine harmlose Strukturformel. Simple Chemie. Scheinbar vorteilhafte Effekte. Aber welche Nebenwirkungen nehmen die Konsumenten damit in Kauf? Im Grunde führt die Einnahme von Crystal Meth zu bloßer Selbstzerstörung. 
Ein Erklärstück verdeutlicht die verheerenden Folgen:

   

 

Moderator Magnus Folten im langen Interview mit Autor Sebastian Caspar
 

 

 

 

Kommentare

...ich kann es nicht fassen , wie blind ich war, denn von Deinem Konsum habe ich nichts bemerkt...ich hatte nie das Gefühl gehabt das Du jemand bist, der soetwas braucht. Zum Glück hast Du den Absprung geschafft !!??

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Marieke Wolter
12.01.2016 - 21:49

 

"Science, Bitch!" Seit Breaking Bad weiß jeder: Crystal Meth ist einfache Chemie und damit eine der populärsten Drogen....

Posted by mephisto 97.6 on Dienstag, 12. Januar 2016