Mindestlohn

Taxifahrer fordern Tarifänderung

Der Mindestlohn ist beschlossene Sache. Die Taxifahrer sind aber dagegen. Jetzt hat der Landesverband Sächsischer Taxi- und Mietwagenunternehmer beim Oberbürgermeister Burkhard Jung eine Tarifänderung beantragt.
Taxifahrer – manchmal Retter in der Not.

Schon seit einiger Zeit beschweren sich die Taxifahrer über den Mindestlohn. Für sie sind die festgelegten 8,50 Euro pro Stunde eher Fluch als Segen. Sie befürchten durch den Mindestlohn ab dem kommenden Jahr massive Preissteigerungen und Arbeitsplatzverluste.

Erstmals Tarifverträge für Taxibranche geplant

Grund dafür ist, dass es für Taxifahrer derzeit keine Tarifverträge gibt. Sie arbeiten auf Provision und sind außerdem mit 40 bis 45 Prozent der Einnahmen am Umsatz beteiligt, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Den Rest bekomme das Taxiunternehmen. Umgerechnet sind das etwa sechs Euro pro Stunde, sagen Taxifahrer. Damit gehören Taxifahrer laut Statistischem Bundesamt zu den am schlechtesten bezahlten Beschäftigten in Deutschland. Wenn nun der Mindestlohn kommt, befürchten Taxiunternehmen nach Angaben der LVZ eine Preissteigerung um bis zu 25 Prozent. Demzufolge erwartete die Branche weniger Fahrgäste und dadurch weniger Einnahmen, was zur Schließung von Unternehmen führen kann. Hinzu kommt, dass die Taxifahrer in Leipzig seit Eröffnung des City-Tunnels bereits zu kämpfen haben. Der öffentliche Nahverkehr stellt für die Taxibetreiber eine große Konkurrenz dar. Deshalb hat der Landesverband Sächsischer Taxi- und Mietwagenunternehmer einen Antrag auf Tarifänderung bei Oberbürgermeister Burkhard Jung gestellt.

Anträge auf bundesweiter und lokaler Ebene

Seit einigen Wochen verhandeln Verdi und der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband über Sonderregelungen. Ziel der Verhandlungen ist eine zweijährige Übergangslösung, in der der Mindestlohn schrittweise eingeführt wird, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Verdi möchte ab Januar 2015 einen Mindestlohn von 6,50 Euro einführen. Jährlich soll der Mindestlohn um einen Euro steigen, um dann 2017 bei 8,50 Euro anzukommen. Der Taxiverband hingegen will in den kommenden zwei Jahren gar keinen flächendeckenden Mindestlohn. Denn es gebe wirtschaftsstarke und strukturschwache Regionen, in denen man einen unterschiedlichen Mindestlohn brauche. Diese Unterschiede bezögen sich jedoch nicht auf alte und neue Bundesländer. Dresden und Leipzig zählten zu den Regionen, in denen höhere Löhne machbar wären.

Über neue Fahrpreise und Tariferhöhungen im Taxigewerbe wird der Leipziger Stadtrat nun entscheiden. Auf bundesweiter Ebene soll im August eine Entscheidung fallen.

 

Moderator Mike Herbstreuth im Gespräch mit Paula Kautz über die Tarife der Taxifahrer.
Taxifahrer
 

Kommentare

Tja, ich finde es etwas schade, dass das Taxigewerbe es wirklich schafft die Öffentlichkeit so hinters Licht zu führen.

1. Behauptet wird, dass der Mindestlohn zum Untergang vieler Unternehmen führen wird.

- Stimmt, jedoch werden die guten Fahrer sich alle selbstständig machen, da die Wartelisten auf eine eigene Genehmigung voll sind. Es wird viele Großunternehmen treffen. Zurecht!

2. Behauptet wird, dass der Beruf sehr schlecht bezahlt ist.

- Stimmt nicht überall, da ein Großteil der Löhne unter der Hand ausbezahlt werden. Es gibt Fahrer die erreichen 3000 Euro Netto mit Trinkgeld. Es ist ein offenes Geheimniss, man muss nur auf Google Taxirazzia oder Steuerhinterziehung Taxi eingeben. Der Zoll kennt sich gut damit aus und kennt die Probleme im Taxigeschäft.

Beispiel: http://www.taxi-heute.de/Taxi-News/News/11190/Stuttgart-schaut-bei-Konze...

3. Sie behaupten, die Taxifahrer sind gegen den Mindestlohn.

- Stimmt nicht, die Unternehmer haben etwas dagegen und der BZP, da das Monopol dadurch gebrochen wird.

Wenn man schon Nachrichten macht, dann sollten die Nachrichten auch stimmen, da es ansonsten nur Meinungsmache ist.

Jede meiner Behauptungen kann auf Google, beim Zoll oder bei der Genehmigungsbehörde von den Lesern überprüft werden und muss sich nicht auf Aussagen von Verbänden oder Taxiunternehmern stützen. Damit meine ich auch die Redaktion und den Autor.

Danke

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