Mindestlohn

Taxi-Fahrer bangen um Job

Einigung in der großen Koalition bedeutet noch lange keine Einigung bei den Bürgern. Trotz zahlreicher Ausnahmen für einen flächendeckenden Lohn von 8,50 Euro befürchten viele Beschäftigte Probleme. In Leipzig sind das vor allem die Taxi-Fahrer.
Taxis in Leipzig

Das Problem sei, dass die Taxen diese 8,50 Euro pro Stunde teilweise gar nicht erwirtschaften, teilte der Landesverband für Taxi- und Mietwagenunternehmen mit. Der Mindestlohn zwänge die Unternehmen so zu Entlassungen.  Die SPD ist jedoch anderer Meinung. Martin Dulig, Landesvertreter der SPD Sachsen, sagte, dass eine Unternehmenspolitik auf dem Rücken der Beschäftigten dennoch keine Lösung sei. Um sich langsam an die 8,50 Euro pro Stunde zu gewöhnen, gäbe der neue Gesetzesentwurf den Unternehmen die Möglichkeit, Tarifverträge bis Ende 2016 auszuhandeln. Mit diesen könne auch ein niedrigerer Lohn gezahlt werden.

Generell ist das Ziel der SPD, durch den Mindestlohn wieder zum Standard der Tarifbindung in Deutschland zu gelangen. Es sei der erste richtige Schritt zu diesem wirtschaftlichen und sozialen Erfolg, betonte Ralf Stegner, stellvertretender  Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten gestern auf einer Bundeskonferrenz der Partei.

Wirtschaftsminister Morlok gegen Mindestlohn

Das Wirtschaftsministerium Sachsen sieht das nicht so. Minister Sven Morlok geht davon aus, dass durch einen sowohl branchenübergreifenden als auch überregionalen Mindestlohn Arbeitsplätze eingespart werden müssen. In Sachsen seien die Zahlen der Arbeitnehmenden in den letzten Jahren gestiegen, das Wachstum werde nun mindestens stagnieren, wenn nicht wieder sinken. Das sagte Florian Schaefer, Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums. Gerade für Kleinunternehmen, Handwerksbetrieben und auch den Taxi-Zentralen sieht er das neue Gesetz problematisch. Im Osten könne man nicht die gleichen Standards leisten wie im Westen. 

Mindestlohn – nicht für alle die beste Lösung? Ein Beitrag von Magnus Folten
 
 

Kommentare

Dann soll der Minister Sven Morlok sich selber einmal in ein Taxi oder Mietwagen setzen und 12 Stunden die Kunden für max. 3,90 brutto die Stunde am Wochenende nach Hause fahren. Es kann doch nicht sein, dass man fast jeden Tag 12 Stunden fährt auch an Wochenenden und Feiertagen, sich aber dennoch Geld als Zuschuss vom Amt holen muss weil der Lohn nicht reicht. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld wird von den meisten Mietwagen / Taxi Unternehmern nicht gezahlt.
Dann fallen eben Arbeitsplätze weg von denen ja doch keiner leben kann, die Preise hoch, wer die Dienstleistung eines Taxi oder Mietwagen in Anspruch nimmt muss auch dementsprechend dafür bezahlen. Dann reguliert sich der Markt auch von selber.

Arbeit muss bezahlt werden.

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