Soziales

Tageseltern fordern mehr Geld

Leipziger Tageseltern haben sich am 10. März 2015 zu einer spontanen Demo getroffen. Sie protestieren gegen die Kürzung der Sachleistungen für die Tagespflege in Leipzig durch den Stadtrat letzte Woche.
Tageseltern – für Viele eine gute Alternative zum Kindergarten.

Am Morgen des 10. März haben sich Leipziger Tageseltern spontan zu einem Rundgang vom Augustusplatz zum Rathaus zusammengefunden. Gemeinsam protestierten sie gegen einen Beschluss des Stadtrats, der die Bezahlung neu geregelt. Damit sind viele Tageseltern nicht zufrieden. So auch Bernadette Lange. Sie arbeitet seit neun Jahren als Tagesmutter und hat die heutige Demo gegen die neue Bezahlung mitorganisiert.  

Wir sind sehr enttäuscht, wie das umgesetzt wurde, weil es nicht der Auffassung des Gerichtes entspricht und nicht das ist, was wir uns erhofft hatten. Die Stadt hat die Sachleistungen um zwei Drittel gekürzt und das finden wir nicht in Ordnung.

Bernadette Lange, Tagesmutter

Im Sommer letzten Jahres hatte eine Leipziger Tagesmutter geklagt, weil die Förderungen für Tagesmütter zu gering seien. Das Verwaltungsgericht der Stadt gab ihr Recht. Nach acht Monaten wurden die Bezüge jetzt angepasst. Zwar wurde die Förderung pro Kind erhöht, aber die Sachleistungen wurden um zwei Drittel gekürzt. Insgesamt bekommen die Tageseltern damit ein bisschen mehr Geld – doch wenn Miete und Betriebskosten fehlen, bleibt am Ende des Monats doch zu wenig übrig.

Stadt will Kosten überprüfen

Dabei ist das für die Stadt noch nicht die letzte Entscheidung. Im Stadtratsbeschluss von letzter Woche heißt es: "Die Ermittlung der Sachkosten erfolgte in der Vorlage auf Durchschnittswerten. Um den Bedarf für den nächsten Doppelhaushalt besser einschätzen zu können, regen wir eine Evaluierung der tatsächlichen Höhe der Sachkosten an." Die Stadt hat die Kosten für die Tagespflege bisher pauschal festgelegt. In diesem Jahr soll untersucht werden, wieviel Geld für die Betreuung tatsächlich gebraucht wird. Weitere Ideen sind zentrale Orte, die Materialien für verschiedene Tageseltern bereitstellen. Auch will die Stadt sie bei der Suche nach Räumlichkeiten besser unterstützen, bei erhöhten Mietkosten soll es mehr Geld geben. Bernadett Lange will mit anderen Leipziger Tageseltern notfalls wieder vor Gericht ziehen:

Jetzt wird das Gericht uns fragen, ob wir damit einverstanden sind. Wir sagen 'Nein' und dann gibt es die nächste Gerichtsverhandlung.

Bernadette Lange, Tagesmutter

 

Redakteur Simon Köppl berichtet über den Protest Leipziger Tageseltern.
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