Zeitgeschichte

Tag für Tag eine Zeitung

Wissen Sie, was am 5. November 1989 in der Zeitung stand? Welche Schlagzeilen die Menschen zum Nachdenken anregten? Zumindest für Leipzig können sich Bürger jetzt ein halbes Jahr Zeitungsgeschichte anschauen.
Im Bürgerbüro liegen zahlreiche Zeitungen aus der Zeit der Friedlichen Revolution aus.

Dieses Jahr feiern wir 25 Jahre Friedliche Revolution - natürlich gibt es noch viele Menschen, die die revolutionären Ereignisse miterlebt haben und davon berichten können. Allerdings ist es auch interessant Dokumente aus dieser Zeit zu sehen: Sie lassen die Geschichte wieder aufleben und zeigen eine DDR, wie sie oft nicht mehr wahrgenommen wird. Überraschend ist zum Beispiel, dass die Bürger des ehemaligen Ostdeutschlands bereits Anfang des Jahres 1990 mit massiver Arbeitslosigkeit zu kämpfen hatten. Auch die Verhandlungen zwischen der BRD und der DDR lassen sich anhand von Zeitungen minutiös nachverfolgen.

Und wie kommen die Zeitungen in die Gegenwart?

Richard Gauch aus Leipzig, der die Revolution selbst miterlebt hat, bewahrte alle Ausgaben der Leipziger Volkszeitung, die zwischen dem 1. Oktober 1989 und dem 28. Februar 1990 erschienen sind, auf. Nun hat er sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Beim Durchblättern der alten, vergilbten Seiten scheint man in der Zeit zurückversetzt: Während sich in Deutschland die Bürger mit den Montagsdemos in Leipzig und der Frage nach der Wiedervereinigung beschäftigen, stürzen die Rumänen den Despoten Nicolae Ceausescu und Nelson Mandela kommt nach 27 Jahren Haft frei.

Für mich als "Nachwendekind" ist das alles Geschichte. Und so banal und einfach eine Zeitung auch erscheint - beim Lesen der alten Artikel ist mir die Geschichte näher gekommen als manches Mal zuvor.

 

Die Zeitungszeitzeugen der Friedlichen Revolution. Eine O-Ton-Collage von Verena Ritter.

Es sprechen: Felix Gebhardt, Paula Drope, Thilo Körting, Kevin Schwarz, Felicitas Förster und Mike Herbstreuth.

 

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Die Zeitungen können täglich von Montag bis Freitag ab 8.30 Uhr im Bürgerbüro der Linken-Landtagsabgeordneten Cornelia Falken in Gohlis, Coppistr. 63, eingesehen werden.