Thomanerchor

"Superpädagoge und Dirigent"

Einen Superpädagogen und Dirigenten zu finden ist nicht leicht. Der Thomanerchor ist seit einem Jahr auf der Suche nach einem neuen Kantor. Heute wurden die zwei verbliebenen Bewerber vorgestellt.
Thomanerchor
Dirigent und Pädagoge in einer Person - Gotthold Schwarz scheint diese Voraussetzungen zu erfüllen

Clemens Flämig aus Halle und Markus Teutschbein aus Basel sind die beiden verbliebenen Bewerber für das Amt des Thomaskantors. Beide gefielen der Findungskommission so gut, dass es eine weitere Runde geben wird. Um den weltberühmten Chor leiten zu können, braucht man viele Qualitäten.

Es muss ein Spagat hergestellt werden zwischen dem Superpädagogen, als Vaterfigur, als Motivationsfigur. Und auf der anderen Seite zu einem der größeren Dirigenten, der auch dem Gewandhaus gerecht wird. Es muss das Beste sein, was Leipzig aussendet neben dem Gewandhaus.

Stefan Altner, Geschäftsführer des Thomanerchors

Mit diesen Eigenschaften konnten Teutschbein und Flämig am meisten überzeugen. Sie hätten dem Chor ein ganz neues Klangspektrum entlockt. Obwohl die kurzen Gesangsstücke, die die Bewerber in kurzer Zeit einstudieren mussten, sehr schwer waren. Die hohen Anforderungen an die Bewerber soll die Qualität sichern. Immerhin muss der neue Kantor einen weltberühmten Knabenchor leiten.

Der Thomanerchor sucht einen neuen Kantor. Heute wurden die zwei Bewerber, die in der engeren Auswahl sind vorgestellt. Der Thomaskantor soll Pädagoge und Dirigent in einem sein können.

Redakteur Tammo Walter über den Auswahlprozess des Thomaskanors
1904 Thomanerkantor

Erfahrung und Begeisterung

Sowohl Teutschbein als auch Flämig leiteten bereits verschiedene Chöre und konnten auch mit jungen Sängern Erfahrungen sammeln. Teutschbein studierte Violoncello und Chorleitung und wurde sogar in der Thomaskirche getauft. Flämig studierte Kirchenmusik und Chorleitung und arbeitete viel als freischaffender Sänger. Ihm geht es vor allem um die Musik und eine gute Zusammenarbeit mit dem Chor:

Es gibt doch immer wieder die gleichen Aufgaben und es geht um die Musik und ich versuche mit allen, mit denen ich zu tun hab immer zu nem guten Ergebnis zu kommen.

Clemens Flämig, Bewerber für das Amt des Thomaskantors

Zu einem guten Ergebnis will auch die Findungskommission kommen. Sie besteht nicht nur aus Mitarbeitern des Thomanerchors. Auch der Oberbürgermeister, Musiker des Gewandhausorchesters und Eltern der Thomaner haben ein Mitspracherecht, denn der neue Kantor muss mit allen gut zusammenarbeiten können.

Entscheidung im Mai

In den nächsten Wochen wird es noch eine nicht öffentliche Probe für die Findungskommission geben. Beide Bewerber müssen dann das gleiche Stück von Bach interpretieren. Dabei möchte die Kommission sich vor allem anschauen, wie das Stück einstudiert wird.

Um den Kandidaten zu finden, der den Thomanerchor am besten anspricht, nimmt sich die Findungskommission jetzt noch einmal Zeit. Wer dann der 17. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach wird, soll im Mai entschieden werden.

 

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Tammo Walter
19.04.2016 - 19:05