Die Kolumne

Super Life

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Lars-Hendrik Setz über den Alptraum aller Einbrecher, die großen Sorgen des kleinen Trumps und über das Besondere im Alltäglichen.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist diese Woche passiert? Unsere Kolumnisten und Kolumnistinnen haben sogar Antworten, wenn sie gar nicht gefragt werden.

In Leipzig nehmen die Einbrüche zu: Seit Jahresbeginn gab es schon 1.700 Fälle, das sind 400 mehr als im ganzen Vorjahr. Besonders betroffen sind Reudnitz, Neuschönefeld und Volkmarsdorf. Hast Du einen Tipp gegen Einbrecher?

Wir gehen schnurstracks auf Weihnachten zu. Bald laufen alle Teile von Kevin Allein zu Haus im Fernsehen. Wer wüsste besser, wie man psychopathische, neurotische Tagediebe abhält als dieser ungeliebte, hyperaktive Satansbraten. Bauen Sie also einfach ein paar lebensbedrohliche Fallen rund um und in Ihrer Wohnung. Die notwendigen Utensilien liegen quasi überall. Oder, aber das wäre wirklich absurd: Trennen Sie sich von dem ganzen Mist, der in ihrer Wohnung steht. Verschenken Sie den Schmuck, den Sie eh nie tragen. Verabschieden Sie sich von dem ganzen Schnick-Schnack, der Sie besitzt. Wenn Sie nichts haben, was man ihnen klauen könnte, dann haben Sie auch nichts zu befürchten.

Die US-Präsidentschaftswahl erhitzt auch in Leipzig die Gemüter. Am Dienstag demonstrierten 40 Menschen vor dem US-Konsulat. Die ironischen Sprüche der Demonstranten waren unter anderem: "Please grab climate change by the pussy!" Und was ist Dein Rat an Trump?

Heiß oder kalt? Runter oder Rausch? Kolumnist Lars-Hendrik Setz ist das alles egal. Für ihn zählen Worte mehr als Taten.

Ich würde ihm raten, wozu ich jedem amerikanischen Präsidenten geraten habe: Augen zu und durch. Ein Land zu regieren, das in seiner Seele so zerrissen ist, ist kein Scherz. Das hat Donald Trump womöglich noch gar nicht bemerkt, weil die Leute zu lange über sein Toupet oder seine Sonnen-Bank-Leder-Haut gelacht haben. Wie schade nur, dass das alles gar nicht so witzig ist. Aber das wissen Sie ja. Nur Donald Trump weiß es nicht. Als der aber vor Kurzem über gute-frage.net erfahren hat, wie viel Arbeit so eine Präsidentschaft ist, da ist ihm doch glatt das herzförmige schwarze Loch aus seiner Brust in die Hose gerutscht. Dear Mr. President, grab yourself by the heart! Wie schwer kann das schon sein?

Diese Woche erstrahlte der sogenannte "Supermond" am Himmel. Erde und Mond waren sich so nah, dass der Mond größer erschien als normal. Wenn man abends die Sterne beobachtet, da erscheinen unsere Probleme doch klein und nichtig, oder?

Das ist nur wieder eine dieser Dinge, die mich mit ihrem Bild-der-Frau-Lächeln angrinsen und mir klarmachen wollen, wie schön die Welt ist. Da wird es scheinbar ganz egal, ob ich mich traurig, pleite oder hässlich fühle. Oder ob um mich herum aus jedem Knistern ein neuer Krisenherd wird. Vielleicht will der Supermond aber auch was ganz anderes sagen. Nämlich, dass in all den Alltäglichkeiten etwas Besonderes steckt, wenn man es sich nur mal näher anschaut. In diesem Sinne: Gönnen Sie sich heute mal den Löffel Zucker mehr im Kaffee. Hören Sie Ihren Lieblingssong nicht bloß einmal, sondern einfach doppelt. Trinken Sie Ihr Feierabend-Bier heute Abend mal ein bisschen langsamer, genussvoller als sonst. Im Lichte eines Supermonds erstrahlt alles in einem besonderen Glanz. Super Life.

Und nächste Woche?

Kommt der erste Advent. Mein Lieblingsweihnachtsfilm ist übrigens Stirb Langsam 1.

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Lars-Hendrik Setz
18.11.2016 - 11:42

Die Kolumne. Immer mit den guten Fragen der Woche. Und immer freitags im Faustschlag.