Gamecheck! – Was steckt wirklich drin?

Star Wars Battlefront

Star Wars VII – Das Erwachen der Macht bricht momentan alle Rekorde. Binnen zwölf Tage hat der neue Teil der Saga eine Milliarde Dollar (920 Millionen Euro) in die Kinokassen gespült. Doch auch Star Wars Battlefront scheint rekordverdächtig zu sein.
Star Wars Battlefront
Star Wars Battlefront - AT-AT

Als Electronic Arts vor ein paar Jahren auf der E3 angekündigt hatte, einen neuen Teil der Star Wars Spiele-Reihe Battlefront auf den Markt bringen zu wollen, war es für mich wie Weihnachten und Ostern zusammen. Ich habe bereits als kleines Kind den ersten und zweiten Titel des Shooters stundenlang mit Freunden gespielt. Erst durch die Spiele bin ich überhaupt zu den Filmen gekommen. Der Hype um das Spiel verlor sich auch nicht bis zum Release am 17.11.2015. Viele glaubten die Ego-Shooter-Reihe sei Geschichte, nachdem LucasArts alle Rechte am Namen Star Wars an Disney verkaufte. Doch dann kam Disney auf die Idee, Battlefront an den Sport- und EgoShooter affinen Publisher EA (Electronic Arts) zu verkaufen. Nach mehreren Jahren Entwicklungszeit kann man das gute Stück nun kaufen. Geht man nach EA, ist es der rasanteste Verkaufsstart eines Shooters seit Bestehen der Marke. Aber auch viel Kritik steht im Raum: fehlende Einzelspieler-Kampagnen, der Verzicht auf Weltraumschlachten und Onlinepflicht stoßen schwer auf in der Gamerszene. Dem sind wir natürlich nachgegangen:

Star Wars Battlefront
Star Wars Battlefront

Grafik

Ich teste das Spiel auf der Playsation 4. Es ist extrem detailgetreu programmiert, was bedeutet, dass alle Charaktere und Welten farbenfroh und realitätsnah sind. Das Entwickler-Team Dice aus Schweden hat sich alle Mühe mit der Athmosphäre gegeben, denn Alles wurde mit viel Liebe und Herz gerändert. Aber Dice kennt man als Spieler bereits von der Battlefield-Reihe, dort gab es selten Beanstandungen wegen der Grafik. Dice arbeitet mit Unreal Engine 4 und bringt somit ein grafisches Goldstück auf den Markt.

 

Spielmodi

Eine Solo-Kampagne suchen Sie bei Star Wars – Battlefront vergebens. Aber auch im Multiplayer-Modus – dem Herzstück des Titels, findet man keine Kampagne. Stattdessen wird der Spieler in einen rasanten Krieg zwischen zwei Seiten geworfen. 40 Spieler versuchen ihrer Seite der Macht Ruhm und Ehre zu bringen. Egal ob Sturmtruppler, Rebell, Sith oder Jedi, man kämpft schnell und effektiv in einem rundenbasierten Krieg. Leider bedeutet das aber auch Zusatzkosten für den Spieler, denn Online-Spielen ist kostenpflichtig, bei fast allen Next-Gen-Konsolen. Aber es lohnt sich, denn die Spielmodi sind zahlreich. Luft- und Landefahrzeuge gibt es übrigens trotz aller Kritik. Sie sind nicht nur Bestandteile einzelner Spielmodi, sondern auch auf der Landkarte verteilt. Man muss sie durch Tokens aktivieren, so sind zum Beispiel AT-STs oder T-47-Schneegleiter verfügbar. Diese erhält man durch Zufall im Terrain, was einfach und für alle Spieler fair ist. Auch die Jedi oder Sith Helden werden so aktiviert, allerdings sind nicht alle Spielmodi für alle Tokens aktiviert. Ich habe die Spielmodi einmal zusammengefasst.

Star Wars Battlefront
Star Wars Battlefront - Hoth

Vorherrschaft

Helden: Ja

Fahrzeuge: Ja

Max. Spieler: 40

In einer bestimmten Reihenfolge müssen Kontrollpunkte eingenommen werden. Stürmen und Verteidigen ist hier die Devise. Durch die kreativen Maps kann man jedoch auch kreativ handeln, dem Gegner Fallen stellen oder sich fest verschanzen.

 

Kampfläufer-Staffel

Helden: Ja

Fahrzeuge: Ja

Max. Spieler: 40

Es ist der Kern des Spiels mit einem Hauch Nostalgie, denn auch in Battlefront 2 war das der spaßigste Modus. Das Imperium greift mit all seinen Mitteln zum Sieg. Zwei riesige AT-AT Läufer greifen einen Rebellen-Stützpunkt an. Bodentruppen unterstützen die Invasion ebenso mit allen Helden und Maschinen. Die Rebellen müssen sich dem entgegenstellen und Funkstationen aktivieren. Dadurch kann Luftunterstützung angefordert werden. Die AT-ATs verlieren so ihren Schutz. Egal wie die Schlacht ausgeht, man kann hier die volle Star Wars Athmosphäre spüren.

 

Jägerstaffel

Star War Battlefront
Star Wars Battlefront - Jägerstaffel

Helden: Ja

Fahrzeuge: Ja

Max. Spieler: 20

Hier erhält jeder Spieler einen Raumjäger. Man versucht gegen KI und menschliche Gegner zu kämpfen und sie aus dem All zu fegen. Zusätzlich gibt es Frachter, die es zu liquidieren gilt, dafür erhält man Bonuspunkte. Auch hier werden die Tokens verteilt, was einem einen Flug mit dem Millenium Falcon oder dem Slave One bescheren kann. Allen Kritikern zum Trotz, sind die Raumschlachten existent und hübsch aufbereitet.

 

Abwurfzone 

Helden: Nein

Fahrzeuge: Nein

Max. Spieler: 16

In diesem Modus steht der Fokus auf dem Vertidigen/Erobern eines Punktes auf der Karte. Eine Versorgungskapsel erscheint und muss zwingend eingenommen und eine Weile verteidigt werden. Gelingt dies, erhält man einen Punkt. Man muss schnell und präzise schießen können, denn Taktik ist hier weniger von Interesse.

 

Fracht

Helden: Nein

Fahrzeuge: Nein

Max. Spieler: 12

Wer Capture-The-Flag Missionen mag, kommt in diesem Modus auf seine Kosten. Eine Fracht muss von A nach B gebracht werden. Die gegnerische wird dabei eingenommen. Die Spieler müssen eine gute Balance zwischen Verteidigung und Angriff finden. Zudem ist die Spieleranzahl sehr gering, was noch mehr Taktikgefühl abverlangt.

 

Gefecht

Helden: Nein

Fahrzeuge: Nein

Max. Spieler: 20

Der einfachste Spielmodus des gesamten Spiels hat einzig und allein den Sinn, das gegnerische Team so oft wie möglich ins digitale Jenseits zu befördern. Wer nach Ablauf der Zeit die meisten Sturmtruppen- oder Rebellenhelme auf seinem Konto verzeichnen kann, gewinnt die Partie.

 

Droidenalarm

Helden: Nein

Fahrzeuge: Nein

Max. Spieler: 12

Drei Droiden trollen sich durch sehr klein gehaltene Karten. Diese müssen erst aktiviert und anschließend verteidigt werden. Es ist manchmal ein hoffnungsloses Unterfangen alle drei zu aktivieren und zu verteidigen und damit die Runde zu beenden. Die Taktik hier heißt: Rennen!

 

Heldenjagd

Star Wars Battlefront
Star Wars Battlefront - Endor

Helden: Ja

Fahrzeuge: Nein

Max. Spieler: 8

Sieben Soldaten treffen sich zu einer epochalen Schlacht gegen einen Jedi oder Sith. Die Normalos müssen dabei gegen Darth Vader, Boba Fett, Sheev Palpatine oder Han Solo, Luke bzw. Leia Skywalker antreten. Dieser Spielmodus ist nicht gerade gelungen, da die Helden wie im wahren Film extrem stark sind und viel einstecken können. Es endet stets in einem Gemetzel und sorgt sehr schnell für Frustrationen und Controllerverlust.

 

Helden vs. Schurken

Helden: Ja

Fahreuge: Ja

Max. Spieler: 12

Drei Helden und deren Soldaten kämpfen gegen die andere Seite der Macht. Sind alle Helden besiegt, ist die Partie zu Ende. Dies ist eine der Neuerungen in diesem Teil. Recht amüsant und gut aufbereitet, wenn man sich nicht ständig darüber aufregen müsste, was die Helden alles so verzapfen.

Battle of Jakku
Star Wars Battlefront - Battle of JakkuJe nach Spielmodus und Karte sind feste Geschütze oder Fahrzeuge aber doch in den Karten verteilt. So können zum Beispiel die Geschütztürme der AT-ATs benutzt werden. Außerdem gibt es Schnee- oder Wald-mobile um schnell durch die Map steuern zu können oder Geschütztürme mit dem Sie die Fahrzeuge vernichten können. Alles im Stile der Star Wars SagaJe
 

Insgesamt gibt es 13 Karten im Hauptspiel. Alle sind sehr detailgetreu verpackt und liefern viele Möglichkeiten zum Flankieren oder Überraschen des Gegners. Auf Endor zum Beispiel gibt es keine generellen Pfade. Auch das kostenlose Update Battle of Jakku glänzt mit einem Teil aus dem neuen Film. Jeder kann sich seinen persönlichen Weg suchen und sich verstecken oder frontal angreifen. Die Karten liefern insgesamt eine tolle Mischung aus kurz- und weitdistanzierten Arealen. Auf Hoth kann man durch die Höhlen oder über die mit schneebedeckte Landschaft stiefeln und hoffen, dass die Schneetarnung ausreicht.

 

Das Gameplay

Die Athmosphäre ist den Filmen nachempfunden. Laserschüsse und Fahrzeuge klingen und bewegen sich wie im Film. Man taucht sehr schnell in die Welt von Star Wars ein und kommt in einen Sog, den man so schnell nicht verlassen möchte.

Während des gesamten Tests kam es nicht einmal zum Ausfall oder Ruckeln des Spiels. Der Login und Spawn verläuft erstaunlich flüssig und ohne Probleme. Das generelle Ziel des Spiels ist dabei denkbar einfach, Missionen erfüllen (Gegner killen) und Geld verdienen. Steigt man im Level kann man sich schönere Waffen kaufen, Granaten und Power-Ups freischalten und weiterentwickeln. Die Primärwaffen reichen vom einfachen Blaster bis hin zum Scharfschützengewehr, 11 Waffen gibt es insgesamt. Außerdem kann man Sekundärwaffen wie eine Armbrust recht schnell benutzen und somit etwas mehr in die Star Wars Welt eintauchen. Im Allgemeinen ist für jede Art von Spieler etwas dabei. So bekommt der blutige Ego-Shooter-Spieler seine Plattform, genauso wie der Taktiker und Heldenspieler.

Es bleiben nur einige Balance-Probleme, wie etwa bei der Heldenjagd. So ist bei der Kampfläufer-Staffel das Imperium stark im Vorteil. Laut Dice soll es so sein, jedoch wäre es für alle Beteiligten ein schöneres Spielerlebnis, wenn Alle mit der selben Siegeschance in den virtuellen Krieg ziehen.

 

Fazit:

Star Wars Battlefront ist für den passionierten Ego-Shooter-Spieler genauso attraktiv wie für den Gamer, der wegen des Namens zugreift. Dice hat anscheinend bewusst auf zu viel Ballast verzichtet. Das Menü ist einfach, das Inventar überschaubar und das gesamte Spiel agiert in einer detailgetreuen Umgebung.

 

Pro

Kontra

Authentische Athmosphäre

Keine Einzelspieler-Kampagnen

Übersichtliches Interface und Inventar

Balance zwischen einzelnen Modi

Spaß für jede Art von Spieler

Mangelhafte Team-Balance

Sehr viele Mehrspielermodi

Onlinezwang für mehr als 2 Spieler

 

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Merten Waage
30.12.2015 - 16:17

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