Unterwegs auf der Georg-Schumann-Straße

Städtebaulicher Brennpunkt

Die Georg-Schumann-Straße ist die Hauptschlagader des Leipziger Nordwestens. An einer derart befahrenen Straße ist das Wohnen für viele Menschen nur schwer vorstellbar. Das zeigt sich leider auch am Sanierungszustand in vielen Abschnitten der Straße.
Verfallene Häuser entlang der Georg-Schumann-Straße

Wohl kaum ein alteingesessener Leipziger wird widersprechen, wenn er hört, dass Leipzig in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine unglaubliche Entwicklung genommen hat – hin zu einem hellen und freundlichen Stadtbild. Auch von Neu-Leipzigern, die zum Studieren oder Arbeiten gekommen sind, hört man immer wieder, wie schön Leipzig doch ist. Aber natürlich ist es in einer Stadt mit über 500 Tausend Einwohnern schwer, alle Gebäude und Plätze stets auf Vordermann zu halten. Dies ist zum Beispiel in der Georg-Schuhmann-Straße im Abschnitt Gohlis deutlich erkennbar. Das Hinterland der Magistrale entwickelt sich mehr und mehr zu einem wohnlichen Anziehungspunkt. Doch an der Hauptstraße sieht man im Vergleich zu vielen anderen Stadtteilen Leipzigs noch zahlreiche Wohnhäuser mit grauen Fassaden, kaputten Dächern, zerschlagenen Fenstern und verlassenen Hauseingängen.

Verlassener Hauseingang an der Georg-Schumann-Straße

Viele Anwohner bedauern den Leerstand und Verfall

Natürlich bemerken langjährige Bewohner der Gohliser Georg-Schumann-Straße, dass sich auch hier das städtebauliche Gesicht gewandelt hat und inzwischen deutlich mehr Häuser saniert sind als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Einige wenige träumen sogar von einer zweiten Karli (Karl-Liebknecht-Straße). Andere sind komplett gegenteiliger Meinung und sehen die große Verkehrsbelastung und die sozialen Probleme als Hindernis dafür, dass sich die Leerstände füllen und weitere Sanierungen stattfinden werden. "Die Straße wird die zweite Eisenbahnstraße", so die bittere Prognose einer Anwohnerin.

Infozentrum
Infozentrum des Magistralenmanagements

Kontaktaufnahme zu den Hauseigentümern als besondere Herausforderung

An einigen verblichenen Fassaden hängen Transparente mit Mobiltelefonnummern von verkaufswilligen Eigentümern. Doch es erweist sich häufig als schwieriges Unterfangen, diese unter der angegebenen Nummer zu erreichen. Selbst für die Stadt sowie für Eigentumsberater ist die Kontaktaufnahme zu den Eigentümern eine große Herausforderung. Jochen Gauly ist im ortsansässigen Magistralenmanagement der Ansprechpartner für Bürgerinteressen, wenn es um Stadtraum, Verkehr und Eigentumsberatung geht. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass besonders die Eigentümer unsanierter Objekte weit verstreut leben:

"Wir haben dann versucht, einen persönlichen Kontakt herzustellen und da stellt man natürlich auch fest, dass nicht alle in Deutschland wohnen. Wir haben eine ganze menge, die im russischsprachigen Ausland wohnen, wir haben auch sehr viele, die in der arabischen Welt wohnen. Und da dann die Kommunikation aufzunehmen, ist herausfordernd." Jochen Gauly, Magistralenmanagement

Gauly zufolge sind auch nicht alle Eigentümer an einer sofortigen Entwicklung ihrer Objekte interessiert. Viele warten ab, bis sich eine Investition in einer Lage wie der Georg-Schumann-Straße lohnt. Manche haben ein Gebäude auch nur deshalb erworben, um es später weiterzuverkaufen.

Integrierter Ansatz der Stadt für eine positive Entwicklung der Straße

Die Stadt ist bemüht, immer wieder neue Fördermittel aus Bund und Ländern zu erhalten. Im Rahmen des "Bund-Länder-Programmes Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (SOP)" sollen Gebiete wie auch die Georg-Schuhmann-Straße gestärkt werden – nicht zuletzt durch bauliche Maßnahmen. Ein wesentlicher Teil der Arbeit seitens der Stadt konzentriert sich auch auf die Zusammenarbeit mit den Bürgern vor Ort, die momentan in Begriff sind, einen Förderverein zu bilden. Heike Will, Abteilungsleiterin im Bereich "Stadterneuerung Mitte / Sanierungsrechtliche Verfahren", gibt den Anwohnern der Georg-Schumann-Straße eine realistische Prognose für die Zukunft:

"Es wird keine Karli, es wird auch keine Eisenbahnstraße. Ich denke, es wird irgendwas dazwischen – ist zumindest meine Hoffnung." Heike Will, Mitarbeitern bei der Stadt Leipzig

Man müsse die Verkehrsproblematik vor Ort sowie die derzeit leeren Haushaltskassen in Betracht ziehen, so Will. Sie verweist jedoch auf eine Vielzahl städtebaulicher Vorhaben sowie auf Maßnahmen zur Begrünung entlang der Georg-Schumann-Straße, die allesamt guten Grund zur Hoffnung geben.

 

mephisto 97.6 - Reporter Maximilian Rose über die Sanierungsmaßnahmen auf der Georg-Schumann-Straße.
Sanierung GSStraße
 

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Das Magistralenmanagement in der Georg-Schumann-Straße 126 versteht sich als zentrale Anlaufstelle für die Bürger vor Ort, die an einer Weiterentwicklung der Georg-Schuhmann-Straße interessiert sind.