Wissenswertes über Leipzig

Spuk in Leipzig

Glauben Sie an Geister? Diese Frage haben wir Leipzigern und Leipzigerinnen gestellt und uns über lokale Mythen und Geistergeschichten informiert. Außerdem haben wir die Gründerin der Leipziger Gruseltour gefragt, was Grusel so reizvoll macht.
Die Gruseltour Gründerin Clarissa Herzog, fotografiert in mystischer Atmosphäre
Die Gründerin der Gruseltour Leipzig, Clarissa Herzog.
Fragt man die Leipziger und Leipzigerinnen, ob sie an Spuk glauben, antworten die meisten wohl mit einem etwas entgeisterten “Nein”. In Leipzigs tausendjähriger Geschichte hat sich aber allerlei Skurriles und Gruseliges angesammelt, von berühmten Geistersehenden bis hin zu Waisenhäusern, die auch gleichzeitig als Psychiatrie und Massengrab genutzt wurden.
 
Besonders gruselig fanden wir die Geschichte des Alten Johannisfriedhofs im Leipziger Zentrum. Dort sollen mehr als 300.000 Menschen begraben sein, darunter Leprakranke, Kriegsgefangene, gefallene Soldaten und ehemals auch Johann Sebastian Bach.

Fear and Fun in Leipzig

Diese und andere schaurige Orte kann man zum Beispiel bei der Gruseltour von Clarissa Herzog entdecken. Seit 2013 führen sie und ihre Guides interessierte Leipzigerinnen, Leipziger, Touristinnen und Touristen jedes Wochenende an die gruseligsten Orte der Stadt. Dabei tragen die Guides Kostüme und ein bisschen erschrecken wird man sich auch, so kriegt man die authentische Leipziger fear and fun experience.

Viele der Tourgäste von Clarissa Herzog sind selbst empfänglich für Grusel und Übernatürliches. Die Gründerin selbst ist zwar fasziniert von den Horrorgeschichten, schätzt aber, dass man den Grusel aus einer sicheren Distanz erleben kann, und er einem nicht bis nach Hause folgt.

Man will gern wissen, was da war, aber nicht richtig dabei sein. Man weiß, man geht danach wieder nach Hause, und fühlt sich sicher. Man ist zum Glück nicht selber im Horrorfilm.

Manche von Clarissa Herzogs Tourgästen bringen aber auch ihre persönlichen Gruselstorys mit zur Tour. Eine von ihnen sei beispielsweise in ein Haus gezogen, in dem vorher ein Mord stattgefunden hatte. Der Geist des Ermordeten soll dann noch spürbar durch das Haus gespukt haben.

Dann ist sie halt durch das Haus und hat in jedem Zimmer versucht mit dem Geist so ein bisschen Kontakt aufzunehmen. [...] Da kriege ich jetzt direkt Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Aber glaubt die Gründerin der Leipziger Gruseltour eigentlich selbst an Geister?

Ich sag immer, dass ich nicht daran glauben möchte. Das ist wie so ein Schutzmantel, den ich mir angezogen habe.

Der Beitrag zum Nachhören:

Spuk in Leipzig - ein Beitrag von Carolin Winter und Nelly Buschmann
Spuk in Leipzig - Akademie Beitrag
 

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