Konzertbericht

Spread the Kakk

Kakkmaddafakka sind bekannt für ihre Live Shows. Die Norweger feiern eine einzige Party und machen so ihren Sound zu einem Lebensgefühl. An diesem Donnerstag Abend beweisen Kakkmaddafakka, dass auch ihr neuer Sound dieses Gefühl tragen kann.
Kakkmaddafakka
Kakkmaddafakka stehen mittlerweile zu sechst auf der Bühne.

Erwartungen

Die Erwartung an ein Kakkmaddafakka Konzert sind ziemlich klar. Wer schonmal was von der Band gehört hat, weiß, dass Kakkmaddafakka auf der Bühne ausrastet. Keine fette Licht Show, keine kreativen Visuals, keine ausladenden Kostüme - einfach eine Down-To-Earth-Hardcore-Geile-Party. Denn diese Jungs sind real. Trotzdem wird es spannend. Auf ihrem jüngsten Album KMF schlagen die Norweger einen neuen, ruhigeren Weg ein. Mal sehen, wie die Band die neuen und alten Sachen auf der Bühne verbindet.

Der erste Eindruck

Das Täubchenthal ist voll. Das bedeutet zwischen 900 und 1000 Zuschauern - genug für eine norwegische Kleinstadt. Mindestens 80% der Zuschauer sind weiblich, 100% haben Lust auf das Konzert. Schon wärend die Backliner die Bühne vorbereiten, drängen die Leute nach vorne zur Bühne. Das Licht geht aus und es ertönt eine epische Melodie, die sehr auffällig an die Hymne der UEFA Champions League erinnert. Dass zur gleichen Zeit auch Dortmund gegen Liverpool spielt, scheint allerdings niemanden zu interessieren. Der Song hat eine unglaubliche Wirkung. Das gesamte Publikum starrt ungläubig und  gleichzeitig wie gebannt auf die Bühne.

Setlist

Kakkmaddafakka stürmen die Bühne und lassen sich Mann für Mann ordentlich feiern. Sie tanzen, lachen. Und dann gehts auch schon los: 1-2-3-4- I wanna do something/What you wanna do? Mit Touching starten die sechs Jungs ihre Show mit einem echten Hit und haben das Publikum damit gleich auf ihrer Seite. Danach bringen Kakkmaddafakka auch schon einen neuen Song. Language trübt die Stimmung nicht im geringsten. An dritter Stelle steht Galapagos und damit einer der Hits vom neuen Album der Band.  Mit Songs wie 30 Days und Is She bauen Kakkmaddafakka immer mal wieder kleine Verschnaufpausen ein. Zum Ende erreicht die Stimmung ihren Höhepunkt. Mit Restless bringen Kakkmaddafakka einen ihrer größten Hits an letzter Stelle. Klar, dass es danach noch nicht vorbei sein kann. Die Jungs spielen für die Zugabe vier weitere Songs. Auch hier setzen Kakkmaddafakka wieder auf die Mischung aus alt und neu. Mit Young You steht hier die zweite Single-Auskopplung des neuen Albums an richtiger Stelle. Eine Coverversion des 90s-Klassikers What is Love und der Hit Forever Alone heizen dem Publikum damit nochmal richtig ein. Jeder Song hat seinen Platz und damit eine bestimmte Aufgabe. Neue Songs und alte Hits wechseln sich ab. Dabei ersetzt jeder neue Song spürbar einen alten. Schade ist, dass Kakkmaddafakka versuchen, die Stimmung der neuen Songs an die Dynamik der alten anzupassen. Dadurch verlieren Songs wie 30 Days, Fool und Young You etwas an Charakter und auch bei Galapagos klingt die Gitarre lange nicht so schön wie auf der Platte.

Show

Kakkmaddafakka sind von Beginn an voll da. Man spürt den Spaß, den sie an ihrer Musik und ihrem Leben als Musiker haben. Das ganze Konzert ist eine einzige Party. Während des dritten Songs strecken alle Bandmitglieder die Faust in die Luft. An anderer Stelle schwingt der Keyboarder der Band eine gigantische Kakkmaddafakka-Flagge. Die Jungs feiern nicht nur ihr neues Album, sie feiern sich selbst und das, wofür sie stehen. Ständig nennen sie ihren Bandnamen und fordern mit "Spread the Kakk" ihre Fans auf sie weiter zu unterstützen. Damit machen sie "Kakkmaddafakka" zu einer Art Lebenseinstellung. Sie fordern dazu auf, alles um sich herum zu vergessen und einfach man selbst zu sein, egal ob man vollkommen abfeiern oder in einer gemütlichen Ecke sitzen und einfach nur zuhören will. 

Was in Erinnerung bleibt

Was für eine unvergessliche Stimmung: Die Leute im Publikum, die rumschreien, rumspringen und mit ihren Händen Herzchen formen - und die sechs Leute auf der Bühne, die sich hemmungslos selbst feiern. Das ist keinesfalls unsympathisch, sondern einfach authentisch. Kakkmaddafakka machen kein Geheimnis daraus, wo sie hinwollen, wenn Axel Vindenes ruft: Spread the Kakk - Next time there will not be 1000 people, there will be 2000 people!

 

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Isabel Woop, Lars-Hendrik Setz
11.04.2016 - 14:24
  Kultur

Setlist:

  1. Touching
  2. Language
  3. Galapagos
  4. Someone New
  5. So Young
  6. Change
  7. Lilac
  8. No Cure
  9. Is She
  10. Gangster
  11. Heidelberg
  12. 30 Days
  13. Your Girl
  14. Fool
  15. Restless
  16. Young You*
  17. May God*
  18. What Is Love*
  19. Forever Alone*

* Zugabe