Legida

"Spaziergang" am Mittwoch

Wenn es nach den Veranstaltern geht, sollen künftig nicht nur Montags, sondern auch am Mittwoch Legida-Anhänger demonstrieren dürfen. Diesen Mittwoch inszenierten sie einen Trauerzug vor dem Neuen Rathaus – begleitet von Sitzblockaden.
Legida-Demonstranten
Legida demonstriert nun auch am Mittwoch?

Legida inszeniert Trauerzug 

Bereits vor der Versammlung gab das islamfeindliche Bündnis "Legida" bekannt, dass man symbolisch den "Rechtsstaat" und die "Versammlungsfreiheit" zu Grabe tragen wolle. Wie die Polizei und eine Mephisto 97.6-Reporterin berichteten, wurde ein Sarg vor dem Neuen Rathaus abgelegt. Dieser Akt wurde als Trauerzug inszeniert. Musikalisch begleitet wurde dieser Trauerzug von "Requien" und einer DDR-Hymne: "Auferstanden aus Ruinen". Der Zug verlief unter der Begleitung von mehreren hundert Polizeibeamten und lautstarken Gegenprotesten. 

Die von der Stadt genehmigte Demonstration des islamfeindlichen Bündnisses "Legida" verlief verhältnismäßig ruhig. Montag kam es Medienberichten zufolge zu Ausschreitungen. Dennoch kam es zu erheblichen Einschränkungen im Straßenverkehr.  

 

 

 

"Wo wart ihr in Heidenau?"

Nach Angaben der Stadt Leipzig ist bislang nicht bekannt, dass Legida auch am kommenden Mittwochen demonstrieren werde. Verschiedenen Zählungen zufolge sollen 200 Teilnehmer an der der Demonstration teilgenommen haben, viermal soviele Gegenprotestanten nahmen an den Gegenprotesten teil. Dennoch berichteten Mephisto 97.6-Reporter von kleinen "Reibereien". Es sollen Flaschen geworden und zumindest ein Mann abgeführt worden sein. Allerdings sei nicht bestätigt, um wen es sich handelt. Die Gegenproteste betreffend, sollen es 7 Sitzblockaden auf der gelaufenen Strecke gegeben haben. Die Polizei spricht von dezentralen und dynamischen Gegenprotesten. Erst entlang des Goetheplatzes, später auch auf dem Augustplatz. Diese Sitzblockaden wurden von der Polizei eingekesselt, so dass die Legida-Demonstranten an diesen vorbeigeführt werden konnte. Nachdem der wohl größte Polizeikessel am Augustusplatz aufgelöst wurde, kam es dort zu unübersichtlichen Hetzjagden. Das letzte was man dort vom Demonstrationsgeschehen mitbekommen hat, war ein Vorwurf an die Polizei: "Wo wart ihr in Heidenau?" fragten NoLegida-Demonstranten im Chor.

 

 

 
Moderatorin Anna Vogel im Gespräch mit mephisto 97.6-Redakteurin Trang Dang
 

Meldungen vom 23.09.

„Legida terrorisiert Leipzig“-  das schrieb Grünen Landesschef Jürgen Kasek auf Facebook. Nun plant das Islamfeindliche Bündnis künftig immer montags und Mittwoch zu demonstrieren. So verkündete es zumindest Legida Chef Markus Johnke am Montag. Bislang sind die Demonstrationen am Mittwoch jedoch nur für den 23.09. von der Stadt genehmigt. 

Die Meinungen der Vertreter der Ratsfraktionen über die angekündigten Mittwochsdemonstrationen von Legida fasst Marie Kraja zusammen:   

Ein Beitrag von Redakteurin Marie Kraja

Protest aus der Politik

Insgesamt sind 50 bis 100 Personen auf Legida-Seite für die heutige Demonstration angemeldet. Im Stadtrat warnt man vor einer zunehmenden Radikalisierung des islamfeindlichen Bündnis, erklärt Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat Leipzig, Katharina Krefft:

Ich habe das Gefühl, das die Aussagen seit Januar an Schärfe gewinnen. Zudem haben auch die Demonstrationen zugenommen, die nicht mehr nur einmal monatlich sondern zweimal die Woche stattfinden.

Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat Leipzig 

Kein Halt vor Gewalt

Sogar Oberbürgermeister Burkhard Jung ruft öffentlich zum Widerstand auf und appeliert zudem stets an die Gewaltlosigkeit bei Demonstrationen und Gegendemonstrationen. Dennoch soll es laut Polizeiangaben an der vergangenen Legida-Demonstation zwischen zwei der Gegendemonstranten und Legida- Teilnehmer zu einer Schlägerei gekommen sein. Der Fraktionsvorsitzende der AfD, Tobias Keller, sieht ein Gewaltpotential besonders bei linken Demonstranten. Seinen Angaben nach seien gewaltätige Übergriffe überwiegend von linken Gegendemonstranten verursacht worden. 

Auch für heute Abend (23.09.) sind drei Gegendemonstrationen angemeldet. 

 

 

 

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Albrecht Buder, Trang Dang, Magnus Folten
24.09.2015 - 16:21

Die Route für die Demonstration:

Kleiner Willy-Brandt-Platz – Richard-Wagner-Straße – Goethestraße – Augustusplatz/Mittelfahrbahn – Roßplatz – Petersstraße – oberer Martin-Luther-Ring – Hugo-Licht-Straße – Burgplatz