Biodiversität

Sorge um Artenvielfalt in Madagskar

Elefantenvogel, Dodo und Zwergflusspferd sind bereits ausgestorben. Und auch zukünftig könnte sich die Artenvielfalt in Madagaskar deutlich verändern. Eine junge Forscherin aus Leipzig beschäftigt sich mit dieser Thematik.
Laura auf ihrer Reise
Laura auf ihrer Reise durch Madagskar

Laura Méndez ist seit September 2018 in Leipzig. Sie arbeitet im Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), welches sich der Arten- und genetischen Vielfalt sowie der Nachhaltigkeit widmet. Über 350 Mitarbeiter*innen forschen dort zum Thema Biodiversität. Méndez stammt aus Madrid und machte dort ihren Master. Zuvor sammelte sie bereits Auslandserfahrungen in Norwegen, wo sie ihren Bachelor-Abschluss erlangte. Schon damals beschäftigte sie sich mit dem Aussterben bestimmter Tierarten. Vor eineinhalb Jahren bewarb sich die Spanierin auf die Forschungsstelle in der sächsischen Messestadt. Im Zentrum ihrer Untersuchung steht die Evolution von Palmenbäumen in Madagaskar.

Anpassen oder Aussterben?

Das Aussterben von Vertretern der sogenannten „Megafauna“ hat gravierende Folgen für die Biodiversität in Madagaskar. Als Megafauna bezeichnet man die größten Tierarten in einem bestimmten Lebensraum. „Das Aussterben von Megafauna hat mehrere Gründe: Zum einen die Jagd der Menschen, zum anderen die Zerstörung ihrer Lebensräume. Zudem können sich große Tierarten nicht schnell genug fortpflanzen“, so Méndez. Der Elefantenvogel sei beispielsweise durch den Menschen ausgerottet worden. Das wiederum habe Auswirkungen auf den Kreislauf des gesamten Ökosystems. Gewisse Palmenarten können infolgedessen nicht weitflächig verbreitet werden, da die ausgestorbene Megafauna die Samen nicht mehr verteilen kann. Früchte, die früher von diesen Tieren gefressen wurden, verrotten nun. „Es stellt sich die Frage, ob sich die Bäume dem Aussterben der Megafauna anpassen und im Laufe der Zeit kleiner werden“, erklärt die 28-Jährige.

Laura auf ihrer Reise

Schwierige Arbeitsbedingungen auf der Insel

Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, reiste Méndez 2019 für drei Monate nach Madagaskar. Dort suchte sie nach Pflanzenproben. „Die Insel ist wirklich außergewöhnlich, weil es viele verschiedene Lebensräume gibt. Man findet sowohl Berge mit kühler Luft als auch heiße Savanne. Ich war auch mehrere Tage im Dschungel unterwegs.“ Teilweise musste sie bis zu drei Kilometer laufen, um eine bestimmte Palmenart zu finden. Da vor Ort oftmals das Internet fehlte, war die Kommunikation schwierig. Die gesammelten Proben wurden nach Deutschland überstellt und werden noch immer in Leipzig analysiert. Die Labore sind groß und mit hochwertigen Geräten ausgestattet. Neben der Labortätigkeit ist Méndez aktuell mit der Auswertung der gesammelten Daten beschäftigt, die sie in einem Forschungsbericht präsentieren wird.

Inspirierendes Miteinander

An einigen Tagen verbringt die Spanierin bis zu zwölf Stunden im Institut. Der Job ist zeitintensiv, besonders seitdem sie aus Madagaskar zurückgekehrt ist. Die Arbeitsatmosphäre gefällt ihr dafür umso besser. Die Mitarbeiter*innen von iDiv kommen aus aller Welt. An Méndez´ Projekt arbeiten Personen aus Leipzig, London und Amsterdam. Die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen beschreibt sie als sehr inspirierend: „Die Leute hier haben so viel Wissen. Dieser Job war von Anfang an mein Favorit. Für mein Forschungsthema ist es der perfekte Standort.“

 

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Adrian Liehr, Antonia Eisermann
03.02.2020 - 17:20
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