The National live im Park

Sommerlich melancholisch

Ein herrlich lauer Sommerabend, Menschen chillen im Park und lauschen wundervoll melancholischer Indie-Musik. Was könnte schöner sein? Doch leider sprang der Funke beim Konzert der New Yorker Band "The National" erst spät über.
Matt Berninger von The National am Mikrofon
Sänger Matt Berninger und seine Band-Kollegen letzten Sommer auf der Parkbühne Leipzig.

Schon vor der Parkbühne hatten es sich am Konzertabend, dem 10. Juni, viele Leipziger samt Picknick und Decke gemütlich gemacht. Auch drinnen war es gut gefüllt. Noch beschwingt vom hochsommerlichen Wochenende oder von der Vorband "St. Vincent" waren die Besucher bester Laune. Vielleicht zu gut gelaunt für die melancholisch, wehmütige Musik von Sänger Matt Berninger und Co.?

Band und Zuschauer werden nur langsam warm

Als das Konzert beginnt, ist es noch taghell. Die Lichtshow samt Videoanimation ist kaum zu erahnen. Doch The National steigen sofort mit drei ihrer bekanntesten Songs ein: "Don't Swallow the Cap", "I Should Live in Salt" und "Mistaken for Strangers". Der tiefe Gesang von Matt Berninger ist das Markenzeichen der Band. Aber zusammen mit der Musik der Zwillingsbrüder Aaron und Bryce Dessner (Gitarre, Keyboard) sowie Scott und Bryan Devendorf (Bass und Schlagzeug) kommt auch die Gänsehaut. Da neben den perfekt klingenden Songs aber sonst kaum etwas auf der Bühne passiert, sind die Zuschauer anfangs wenig motiviert mitzusingen oder gar zu tanzen.

Das ändert sich erst, als es langsam dunkel wird, die Lichter der Bühne einen mehr in den Bann ziehen und auch die Musiker etwas auftauen. Außer einem "Hello! Great to be here!" oder "Leipzig is a beautiful town" hat die Band jedoch nicht viel zu sagen. Auch insgesamt kommt es einem vor, als ob das einmal einstudierte Programm von neuen und alten Songs nun bei jedem Auftritt von The National einfach heruntergespult würde. Was nicht verwunderlich ist, denn die ursprünglich aus Cincinnati, Ohio stammende Band ist seit einem Jahr fast ununterbrochen auf Tour.

Das Beste zum Schluss

Obwohl die Songs von The National wie immer unter die Haut gehen, wird es erst gegen Ende des Konzerts wirklich interessant. Mittlerweile ist es Nacht und Sänger Matt Berninger ist anzusehen, dass er während des Konzerts das eine oder andere Glas Wein getrunken hat. Jetzt stürzt er sich ins Publikum, greift nach den Händen der Zuschauer und schleudert das Mikrofon quer über die Bühne.

Am bewegendsten sind dann auch die Songs der Zugabe. Mit "Vanderlyle Crybaby Geeks" - ganz schlicht und nur mit Akustik-Gitarren begleitet - setzt die Band dem Abend einen krönenden Abschluss, bei dem das Publikum endlich auch lauthals mitsingt. Das entschädigt dann wieder für die offensichtliche Tour-Müdigkeit.

 

 

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Stefanie Otto
25.06.2014 - 13:02
  Kultur