Christopher Street Day

Somewhere over the rainbow

Ob vor dem neuen Rathaus oder dem amerikanischen Konsulat – in Leipzig weht die Regenbogenflagge! Ab heute wird in Leipzig eine Woche lang der Christopher Street Day gefeiert.
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Die gehisste Regenbogenflagge

16 Uhr, neues Rathaus: Eine bunte Gruppe von Menschen hat sich versammelt. Zwei davon haben ihre eigene Regenbogenfahne mitgebracht. Egal ob jung oder alt – alle warten sie gut gelaunt darauf, dass der Christopher Street Day beginnt. Dann tritt Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning vor die Tür. Der Moment ist da: die Regenbogenfahne wird gehisst.

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Buntes Leipzig

Leipzig feiert den Christopher Street Day dieses Jahr unter dem Motto „Stop Hate“. Anlass ist eine vermeintliche Radikalisierung der Gesellschaft. Derzeit werfen rechte Bewegungen wieder mit Begriffen wie „Verschwulung der Welt“ oder „Homo-Lobby“ um sich. Der CSD will diesen Hass anprangern und für Toleranz werben. Ulrich Hörning erklärt, warum das so wichtig ist:

Leipzig ist eine bunte Stadt und der Christopher Street Day steht für Gleichberechtigtes Leben von Menschen aller Lebensweisen und Orientierungen. Von daher ist es gut, dass wir heute die Fahne aufgezogen haben und dass wir auch die CSD-Woche konstruktiv begleiten.

Ulrich Hörning, Verwaltungsbürgermeister

Wie immer geht es beim CSD darum, ein Zeichen für die Emanzipation und die Rechte von Menschen jenseits der Heteronormativität zu setzen. Das schließt nicht nur Homosexuelle mit ein, sondern auch bisexuelle, transgender, transsexuelle, intersexuelle und queere Menschen. Kurz: LGBTTIQ.

Tolerantes Leipzig?

Trotzdem bleibt die gesellschaftliche Akzeptanz von LGBTTIQs ein Problem. Dieses ist in Deutschland aber zweifellos ein kleiner als in anderen Ländern. Durch Geflüchtete, die aus ebendiesen Ländern fliehen, wird dieses Problem aber sichtbar wie nie: LGBTTIQ Menschen gehören zu den meistverfolgten Menschen der Welt. Darauf will das Projekt „Queer Refugees for Pride“ aufmerksam machen. Javid Nabiyev ist mit diesem Projekt Botschafter des CSD Leipzig. Für ihn ist die Teilnahme am Christopher Street Day sehr wichtig.  

Ich sehe es als eine Art Anerkennung für unser Engagement während der letzten zwei Jahre. Vergangenes Jahr haben wir insgesamt an neun Christopher Street Days teilgenommen und abgesehen davon nehmen wir an vielen Konferenzen rundum dieses Thema teil und versuchen es auf die politische Agenda zu setzen. Wir tun dafür wirklich viel.

Javid Nabiyev, "Queer Refugees for Pride"

In Leipzig ist das Projekt „Queer Refugees for Pride“ Teil der Diskussionen und der Demonstration am letzten Tag. Die Teilnehmer erwarten außerdem auch Ausstellungen, Vorträge und ein Straßenfest.

Hören Sie dazu auch den Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Angela Fischer: 

Angela Fischer über den CSD in Leipzig
 
 

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Begriffserklärung - LGBTTIQ

Menschen, die sich der LGBTTIQ-Gruppe zuordnen haben eine Gemeinsamkeit: Sie stellen die Heterosexualität und Zweigeschlechtigkeit in Frage. So weichen Transgender-Menschen in ihrem Verhalten von ihrer Geschlechterrolle ab. Transsexuelle wollen darüber hinaus oft ihre körperlichen Geschlechtsmerkmale verändern. Intersexuelle können genetisch nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden. Queer ist eine Art Sammelbegriff, zu der zum Beispiel auch heterosexuelle Menschen mit offenen Beziehungsformen gehören.