Moscheebau in Gohlis

Solidaritäts-Besuch aus Berlin

Heute morgen war ihr Postfach voll mit Hassmails. Der Grund: Die Grünen-Politikerin Claudia Roth war zu Besuch bei der Ahmadiyya-Gemeinde in Gohlis - an einem symbolischen Ort.
Claudia Roth trifft Uwe Wagishauser, den Bundesvorsitzenden der Ahmadiyya-Gemeinde.

Es war nur eine kleine Gruppe, die sich versammelt hatte: Abdullah Uwe Wagishauser, Bundesvorsitzender der Ahmadiyya-Gemeinde, und drei Mitglieder der Leipziger Gemeinde standen an dem Platz an der Georg-Schumann-Straße, auf dem sie eine Moschee bauen möchten. In ihrer Mitte: Claudia Roth, Grünen-Politikerin und Bundestags-Vizepräsidentin, in leuchtend roter Kleidung und mit bedrücktem Gesichtsausdruck.

Roth war aus Berlin nach Leipzig gekommen, um in Ihrer Funktion als Vertreterin des Parlaments Solidarität zu demonstrieren: Mit der Gemeinde, aber auch mit den Leipziger Bürgern, die sie unterstützen.

"Ein Zeichen für die Vielfalt in Deutschland"

Im September hatte die Ahmadiyya-Gemeinde bekannt gegeben, für ihre etwa 70 Mitglieder eine Moschee bauen zu wollen. Das 180 Quadratmeter große Grundstück hat sie bereits gekauft, auf die Entscheidung des Amts für Stadterneuerung über einen Bauvorantrag wartet sie noch. 

Im Oktober gründete sich mit "Gohlis sagt Nein" eine Bürgerinitiative, die gegen die Moschee protestierte. Bei einer Demonstration stellten sich den etwa 120 Portestierenden gut 400 Gegendemonstranten entgegen. Auch Pfarrer und Politiker befürworteten die Moschee öffentlich.

Für Claudia Roth war ebenfalls das Ziel, ihre Unterstützung deutlich zu machen. Sie informierte sich über die Baupläne und die Gemeinde und betonte: "Die Moschee kann das Viertel bereichern und ist ein Zeichen für die Vielfalt in Deutschland."

 

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