Interview: Rikas

So klingt Buntwäsche

Rikas' Sound ist so farbenfroh wie eine Ladung Buntwäsche – das sagen sie zumindest selbst. Wir haben sie in der Moritzbastei getroffen und mit ihnen unter anderem über musikalische Inspiration und ihren ersten französischen Song gesprochen.
Rikas (von links): Chris Ronge, Sam Baisch, Sascha Scherer und Ferdinand Hübner
Rikas (von links): Chris Ronge, Sam Baisch, Sascha Scherer und Ferdinand Hübner

Eigentlich hätte die vierköpfige Band Rikas schon im Frühjahr auf Tour gehen sollen. Allerdings wollten sie vorher noch ihr Album fertigstellen, deshalb wurde die Tour kurzerhand vertagt. Im Dezember war es dann endlich soweit und Rikas sind mit ihrem Debüt „Showtime“ nach Leipzig gekommen. Vor ihrem Auftritt in der Moritzbastei konnte ich mit Chris (Gesang und Gitarre) und Sascha (Gesang, Gitarre, Keyboard) über ihr neues Album sprechen.

Allzu sehr umgekrempelt haben Rikas ihren gute Laune Indie-Pop auf „Showtime“ nicht. Trotzdem klingt ihr Debüt deutlich ausgereifter und swingiger als die Vorgänger-EP „Swabian Samba“. Neben der neu gefundenen Portion Soul haben die Vier mit „Détestable“ auch ihren ersten Song auf Französisch veröffentlicht.

Ich hatte schon länger den Wunsch einen Song auf Französisch zu schreiben und bei dem Album hat es sich irgendwie erstmal ganz gut angefühlt. 

Chris Ronge

Obwohl nicht alle Bandmitglieder Französisch sprechen, sah der Schreibprozess von „Détestable“ ähnlich aus wie bei anderen Songs. Die Grundidee für ein Lied komme sowieso immer nur von einer Person, erzählt Chris. Nur, dass es in diesem Fall eben er war, der die meiste textliche Arbeit übernommen hat. Ein wenig Hilfe für die richtige Grammatik hat er sich von einer befreundeten Französisch-Lehrerin geholt.

Wie eine Buntwäsche-Waschmaschine

Rikas' sonnige Attitüde hört bei ihren Songtexten nicht auf. Sie verstehen es, sich selbst aus lästigen Alltagstätigkeiten einen Spaß zu machen. So nutzen sie zum Beispiel das Wäschewaschen, um neue Musik zu entdecken. Ihre Funde teilen sie dann mit ihren Fans auf ihrer „Laundry Tapes“ Playlist. Zu finden ist darin ein bisschen von allem - ein genreübergreifender Wirrwarr aus alten und neuen Songs. Und inspiriert von all dem ist auch „Showtime“ zu einem bunten Gesamtwerk geworden:

Wir hören sehr breit Musik würde ich sagen, alle vier, und ich glaub' deswegen ist auch unser Album so bunt, wie ‘ne Buntwäsche-Waschmaschine. Und sehr divers, Song für Song, jeder Song hat ‘ne eigene Welt, ‘ne eigene Geschichte, die er erzählt, und eben auch ein eigenes Soundbild. 

Sascha Scherer

Chris und Sascha erzählen, dass sie versuchen sich unvoreingenommen auf Musik einzulassen. Schließlich ist es ziemlich einfach Musik direkt abzustempeln, nur weil sie einem bestimmten Genre angehört, das einem allgemein nicht so gut gefällt.

Es ist halt so, viele Musik ist halt einfach schon so „gebrandet“ (…) wenn man sich mit dem drumherum, was die Musik mit sich bringt nicht identifizieren kann, dann wird die Musik an sich schon so abgestoßen, obwohl (…), wenn man da vielleicht mit ‘nem zweiten Ohr hinhören würde, da was für einen dabei wäre.  

Sascha Scherer

Strand, Sonne, Stuttgart

Hört man sich Rikas' Musik an, dann sind die ersten Assoziationen wohl so etwas wie Sonne und Strand. Tatsächlich kommen die Jungs aber aus Stuttgart, was auch immer wieder in Interviews mit ihnen zur Sprache kommt. Vielleicht, weil die hervorgerufenen Assoziationen eben nicht direkt zu einer Stadt wie Stuttgart passen. Für Rikas ist es aber wichtig sich von solchen Faktoren musikalisch nicht einschränken zu lassen und wollen eher ortsungebundene, zeitlose Musik machen.

Wir haben irgendwie Einflüsse von überall her und nur weil wir jetzt aus Stuttgart kommen… Da haben wir glaub‘ ich noch nie drüber nachgedacht, was wir dann eigentlich für Musik machen sollten. Da sind wir total unvoreingenommen.

Chris Ronge

Musikredakteurin Lina Kordes im Gespräch mit der Band Rikas über Filme, Bauchtaschen und Labellosucht
Interview mit Rikas

 

 

 

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