Konzert: Simon & Garfunkel Tribute Duo

Simon & Garfunkel oder: Thomy & Thorsten

Tribute Shows haben sicher nicht den besten Ruf. Zu oft werden sie mit albernen Nachgeäffe verglichen. Das Simon & Garfunkel Tribute Duo konnten wir uns aber trotzdem nicht entgehen lassen. Warum? Um zu Mrs Robinson zu tanzen, natürlich!
Das Simon & Garfunkel Tribute Duo hat am Freitag im Kupfersaal gespielt.
Das Simon & Garfunkel Tribute Duo hat am Freitag im Kupfersaal gespielt.

Die erste Konzerterfahrung eines Freundes von mir sah ungefähr so aus: ABBA Revival Show, vier Menschen im 70er Jahre Gedächtnislook und schlechte Playback Show zu Mamma Mia und Co. Und genau so sieht wahrscheinlich auch die Vorstellung vieler Leute aus, wenn sie an eine Tribute Show denken. Und auch ich muss zugeben: So ganz überzeugt bin ich noch nicht davon, dass der heutige Abend gut wird. Trotzdem bin ich hier – beim Simon & Garfunkel Tribute Duo im Kupfersaal. Dahinter stecken Thomy als Paul Simon und Thorsten als Art Garfunkel, die ihrem Dialekt nach zu urteilen direkt aus dem Schwabenländle eingeflogen sind. Hinter ihnen stehen die Leipziger Philharmoniker.

Rock meets Classic

Weil das Konzept von Rock meets Classic noch nie so ganz mein Ding war, lässt auch das meine Skepsis wachsen. All das hätte ich mir natürlich schon im Vorfeld denken und mir den Besuch sparen können. Allerdings habe ich zur Musik von Simon & Garfunkel schon mit meiner Mutter in der Küche getanzt, und da die Chancen eher schlecht stehen, sie als Duo nochmal live zu erleben, blieb mir fast nichts anderesübrig, als eine Tribute Show zu besuchen.

 

Der Kupfersaal ist heute jeder Platz besetzt, die Show restlos ausverkauft und ich senke das Durchschnittsalter gewaltig. Trotzdem liegt das aber schätzungsweise immer noch zwischen 45 und 50 Jahren. Aber hey – vielleicht hatten die Besucher*innen in den 60er und 70ern eine richtig wilde Jugend und haben zu Simon & Garfunkel getanzt. Vielleicht.

Wilde Jugend im Sitzen? 

Im Kupfersaal ist es im Gegensatz dazu überhaupt nicht wild – der Veranstaltungsraum ist bestuhlt, was angesichts des Durchschnittsalters aber sicher nicht die schlechteste Idee ist. Der Stimmung tut das aber keinen Abbruch. Das liegt ein wenig an Thorsten und Thomy, viel mehr aber an den Songs von Simon & Garfunkel. Damit muss man als Tribute Duo wohl leben. Schon beim dritten Song singt das Publikum (fast) ganz von allein mit – säuselnd erhebt sich ein „Lie La Lie“ und wird zu dem einprägsamen Part in „The Boxer“.

 

 

Generell ist das Publikum sehr gut dabei, Köpfe und Füße wippen hin und her und sowohl vor als auch in der Pause besorgen sich viele Leute etwas Flüssiges an der Bar. Was ich von der Begleitung der Philharmoniker halten soll, weiß ich nicht genau. Hin und wieder machen sich die Streicher und Bläser ganz gut, manchmal verwandeln sie die Songs von Simon & Garfunkel Songs aber auch in Kitsch, der seinen Charme längst verloren hat. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Im Großen und Ganzen passt das Orchester aber gut zur Show und täuscht an einigen Stellen ein wenig über stimmliche Differenzen hinweg. Auf das letzte Lied folgen Standing Ovation. Thorsten und Thomy verschwinden erst gar nicht von der Bühne, sondern spielen ihre Zugabe gleich. Das Publikum bleibt stehen und tanzt jetzt ausgelassen zu „Mrs Robinson“ und „Ceilia“ und ich? Ich tanze mit!

 

 

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