Ehrenamt

Selbstverständliches Helfen

Am Tag des Ehrenamtes werden Menschen geehrt, die sich sozial engagieren. Oft investieren sie viel Freizeit in ein solches Amt – Geld bekommen sie dafür nicht. Drei Beispiele aus Leipzig zeigen: Es lohnt sich trotzdem, ein Ehrenamt auszuüben!
Ehrenamt bedeutet vor allem gemeinsam mit anderen mehr zu erreichen

Sie sind Mitte zwanzig oder Anfang siebzig. Sie arbeiten bereits in einem sozialen Beruf, sind RentnerInnen oder arbeitssuchend. Und ohne sie bekämen viele Vereine, Institutionen und Projekte große Probleme. Ehrenamtliche engagieren sich 365 Tage unentgeltlich für die Gesellschaft. Viele Stunden und viel Energie fließen dabei in das Amt, und doch finden sich jedes Jahr neue Freiwillige. Denn der Spaß kommt dabei trotzdem nicht zu kurz.  

Kaum freie Wochenenden und trotzdem Spaß

Maria arbeitet hauptberuflich im Krankenhaus. Nebenbei engagiert sie sich bei den Johannitern im Sanitätsdienst. Das bedeutet: Sie und ihre Kollegen sind im Einsatz während andere bei Konzerten feiern oder bei Sportveranstaltungen jubeln. Das bedeutet aber vor allem auch: kaum freie Wochenenden.

Für mich ist es selbstverständlich, anderen zu helfen. Der Spaß und mit seinen Freunden zusammen zu sein, das reißt es dann wieder raus.

Maria, 23

Auch ihr Freund Peter ist ehrenamtlich bei den Johannitern engagiert – im Katastrophenschutz. "Manchmal nervt es schon, wenn manche Menschen nicht sehen, dass wir das Ganze auch nur ehrenamtlich machen." Das seien vor allem Momente, in denen der Funkmelder mitten in der Nacht losgehe, sagt der junge Mann. Wie zuletzt, bei einem Bombenfund. Dass er, wie viele andere, unentbehrlich für die Gesellschaft ist, dessen ist er sich bewusst:

Das könnte ja auch sonst niemand bezahlen, wenn das alles Hauptberufliche machen würden.

Peter, 23

Ehrenamt oder das Gefühl, gebraucht zu werden

Der 32-jährige Micha arbeitet seit neun Jahren bei der Aidshilfe Leipzig e.V. Dort gibt es allerhand zu tun, er kümmert sich um das hauseigene Café, den Garten und was eben alles so ansteht. "Ich gehe abends mit einem guten Gefühl nach Hause", sagt er – auch wenn er glaubt, dass viele seine Arbeit als selbstverständlich ansehen. Seit 2013 hat zumindest der Gesetzgeber erkannt, dass es sich bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit alles andere als um eine Selbstverständlichkeit handelt. Die Freiwilligen dürfen seitdem Aufwandsentschädigungen bis zu 720 Euro im Jahr steuerfrei annehmen und können das Ehrenamt unter bestimmten Voraussetzungen als Nebentätigkeit geltend machen. 

Wenn das Ehrenamt zum Lebensmittelpunkt wird

Gabi Edler, besser bekannt als Tante E, gehört seit 25 Jahren zur Leipziger Vereinslandschaft. Sie kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die keinen festen Wohnsitz haben. Dabei stelle sie keine Fragen zur Person, sagt Tante E. Aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit ist mittlerweile zur Lebensaufgabe geworden; ihr Verein Straßenkinder e.V. beschäftigt auch sechs Hauptberufliche.

Es ist immer schön zu sehen, wie alle mit anpacken und helfen.

Gabi Edler, 71

Denn die Bereitschaft mit anzupacken – das zeichnet das Ehrenamt aus!

 

Ein Beitrag von Birgit Raddatz zum Ehrenamt.
Ehrenamt

 

 

Kommentieren