Steuerhinterziehung

Selbstanzeige als Weg in die Legalität

Bekannt werden vor allem prominente Fälle von Steuerhinterziehung und selten scheint die Straftat längst nicht zu sein. Doch auch wer jahrelang Steuern hinterzogen hat, wird nicht unbedingt bestraft. Denn es gibt die Möglichkeit der Selbstanzeige.
Aufruf zur Steuerabgabe.

Steuerhinterziehung ist in Deutschland eine Straftat, auf die in schweren Fällen auch eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren folgen kann. Dabei richtet sich die Strafe nach der Höhe des Steuerschadens. Doch dafür muss sie erst einmal von der zuständigen Finanzbehörde entdeckt werden. Zeigt der Steuersünder sich selbst an, bevor es Ermittlungen gegen ihn gibt, hat er die Möglichkeit straffrei das Geld innerhalb einer bestimmten Zeit nachzuzahlen und damit den Weg in die Legalität gehen. Auch gibt es die Möglichkeit der Verjährung. Fünf Jahre nach Ende der Straftat, also dem ersten Steuerbescheid, kann die Straftat rechtlich nicht mehr verfolgt werden.

Härtere Kontrollen - mehr Gerechtigkeit?

Enrico Schöbel beschäftigt sich schon lange mit dem Thema der Steuerehrlichkeit. Schärfere Kontrollen sieht er dabei nicht als sinnvoll an. Sein Argument: "Man läuft Gefahr, dass man zusehens auch ehrliche Steuerzahler unter Verdacht stellt." Das könne auch die Einstellung der Bürger gegenüber dem Staat verändern, der dann in Richtung Kontroll- und Überwachungsstaat gedrängt werde. Der Effekt sei in diesem Fall eher negativ.

Die Tendenz der Kriminalisierung

Aktuell gebe es einen Einstellungswandel, so Schöbel. Der mache sich dadurch bemerkbar, dass einige Bürger es zunehmend als ungerecht empfinden, bei ihrer eigenen Steuererklärung alles offenzulegen, während große Konzerne immer wieder Schlupflöcher finden. "Man muss aufpassen, dass man da nicht zu einer generellen Kriminalisierung von Steuerrecht hinkommt", warnt Schöbel. Problem sei dabei auch die Komplexität des Steuerrechts, das von laufenden Änderungen bestimmt ist. Kaum ein Steuerzahler könne das komplett überblicken.

 

Anna Vogel im Gespräch mit Enrico Schöbel

Einmal im Jahr bekommt mephisto 97.6-Kolumnistin Paula Drope einen Brief. Denn: Steuern zahlen muss natürlich nicht nur, wer Millionen scheffelt, sondern auch wer sich von seinen Zinsen nur eine Cola kaufen kann.

Wer keine Steuern bezahlt, der ist asozial. Kolumne von Paula Drope

 

 

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