Kunst

Sehnsuchtslandschaften im MdbK

Von der Abendsonne Siziliens bis zur stürmischen See an Norwegens Fjorden - das Museum der bildenden Künste zeigt milde und raue Sehnsuchtslandschaften aus dem 19. Jahrhundert aus der eigenen Sammlung.
Die neue Ausstellung im Museum der bildenen Künste

„Es drängt sich alles zur Landschaft“, sagte der Maler Philipp Otto Runge im Jahr 1802. Nicht nur in Politik und Philosophie hatten Aufklärung und Französische Revolution einen radikalen Wandel mit sich gebracht. Auch die Malerei orientierte sich neu. Statt der christlichen und städtischen Motive wurde nun im 19. Jahrhundert die Landschaft ein wichtiges Sujet. „Städte sind das Grab der Menschen“ hatte schon Jean-Jacques Rousseau ausgerufen.

Restauratoren auf der Intensivstation für Bilder

Das Museum der Bildenden Künste zeigt nun Landschaftsgemälde und Zeichnungen aus der eigenen Sammlung. Einige Bilder werden dafür zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg öffentlich ausgestellt. Dazu mussten die Restauratoren in den vergangenen Monaten auf Hochtouren arbeiten, um die im Krieg teilweise stark beschädigten Bildern zu reanimieren - mit erstaunlichem Erfolg.

Drei Landschaftstypen

Nicht jeder konnte damals weite Reisen machen. Um Leipzig ist das Land flach und wenig spektakulär. Sanfte Hügel, schroffe Felsen und stürmische See kannten viele nur vom Hörensagen. So waren es die Maler, die Kunde brachten, von fernen idealen oder idealisierten Landschaften.

Die Ausstellung zeigt drei Landschaftstypen: Als klassisch gelten die südlichen Landschaften etwa aus Italien, die ihres Lichts und ihrer Wärme wegen Orte der Sehnsucht waren. Aber auch raue und karge norddeutsche und skandinavische Szenen haben Maler wie Mäzene fasziniert. Der dritte Typus sind die naturalistischen Landschaften sozusagen vor der Haustür der Künstler.

 

Michael Holzwarth über die Ausstellung in der MdbK
Ausstellung Landschaften

 

 

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Das Museum der bildenden Künste (MdbK) liegt in der Innenstadt zwischen Hbf und Marktplatz. Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr, Mittwochs jedoch von 12-20 Uhr.