Richtlinie zur Blutspende

Schwules Blut

Homosexuelle Männer dürfen in Deutschland kein Blut spenden. Grund dafür ist eine Richtlinie aus dem Jahr 1993. Aber woran liegt das? Homophobie oder doch medizinische Gründe?
Nadel im Arm
Blutspenden – sieht unangenehm aus, rettet aber Leben.

"Blutspenden retten Leben", damit wirbt das Deutsche Rote Kreuz (DRK). 15.000 Blutspenden pro Tag, also etwa 7500 Liter Blut, seien in Deutschland nötig, um den Bedarf zu decken. Doch obwohl Blut so sehr gebraucht wird, darf nicht jeder spenden. Vor dem Spenden wird Mann nämlich noch auf einige Fragen antworten müssen. Eine ist entscheident: "Hatten Sie schon einmal Intimkontakt mit einem Mann?"

Blutskandal 1993

In Deutschland dürfen homo- und bisexuelle Männer kein Blut spenden. Die deutschen Transfusionsrichtlinien, die das bestimmen, gehen auf den Blutskandal im Jahr 1993 zurück. Damals wurde bekannt, dass Behördenberichte über verseuchte Blutkonserven geschönt waren. Mehrere hundert Menschen infizierten sich mit dem HI-Virus über Bluttransfusionen. Aber Anfang der 90er Jahre steckte die HIV-Diagnostik noch in den Kinderschuhen. Heute ist es möglich HI-Viren in Blutspenden zu identifizieren, jedoch erst zwei Wochen nach der Ansteckung.

Reine Vorsichtsmaßnahme?

Deshalb, argumentiert die Bundesärztekammer, handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, wenn man schwule Männer von der Blutspende ausschließt. Viele schwule Männer fühlen sich jedoch diskriminiert. Nicht jeder schwule oder bisexuelle Mann habe Aids oder ein promiskuitives Sexualverhalten. Deshalb fordern Verbände, wie der Schwulen- und Lesbenverband Deutschland, in den Spenderfragebögen ausschließlich nach dem Sexualverhalten und nicht mehr nach der sexuellen Orientierung zu fragen. Die Risikogruppe "Männer, die mit Männern Sex haben" gehört ihrer Meinung nach abgeschafft.

 

Warum Schwule kein Blut spenden dürfen, hat Lisa Vordermeier hinterfragt.
Blutspende
 

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Lisa Vordermeier
16.07.2014 - 10:44