Filmmusik

Schon mal komponiert?

Schon einmal einen Film ohne Musik gehört? Das ist ganz schön langweilig und auch kann die Stimmung dadurch zerstört werden. Aus diesem Grund ist Filmmusik wichtiger, als es für viele den Anschein hat. Doch Filmmusik ist nicht gleich Filmmusik!
Filmmusik
Die meisten Filme haben eine speziell komponierte Filmmusik

Sucht man in einschlägigen Musiklexika nach einer Definition des Begriffes „Filmmusik“ wird man kaum fündig. Das liegt vor allem daran, dass der Begriff doch sehr selbsterklärend ist. Filmmusik ist meist klassische oder populäre Musik, die für den Zuschauer eine Verbindung zwischen Bild und Ton herstellen soll. Sie wird auch als "emotionales Transportmittel" bezeichnet.

Die Musik für den Film kann dabei schon vorhandene Musik sein, die extra für den Film arrangiert wird:

(Fantastic Four: Originallied von Sum41 – Noots)

Oder die Musik wird extra komponiert. Dabei ist aber egal, ob Howard Shore, Danny Elfman oder Brian Reitzel – alle Komponisten nutzen dabei doch mehr oder weniger die selben drei Techniken.

Deskriptive Technik 

Mithilfe der deskriptive Technik soll die Musik sinnvermittelt werden. Es entsteht eine musikalische Verdopplung. Eine spezielle Form dieser Technik ist das Mickey-Mousing. Diese lässt sich tatsächlich auf Disney zurück führen.

Bei dieser Art des komponierens, wird nämlich wie in alten Disney-Filmen üblich, die Handlung der Figuren vertont. Läuft zum Beispiel Mickey eine Treppe herauf und fällt herunter, schießt er mit Pistolen oder pfeift er, wird das alles von Instrumenten vertont. Die Musik bezieht sich da auf bestimmte Klischees, die in unseren Köpfen schon vorhanden sind.

(Walt Disney Filmstudio – Steamboat Willie)

Mood-Technik

Etwas erwachsener ist da die sogenannte Mood-Technik. Wer Englisch kann weiß, hier wird eine bestimmte Stimmung durch die Musik vermittelt. Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Mood-Technik. Die expressive Form der Filmmusik, bei der die Stimmung des Protagonisten durch die Musik ausgedrückt wird und die sensorische Form der Filmmusik. Bei dieser wird versucht, mit Hilfe der Musik die Stimmung und Wahrnehmung der Zuschauer in eine bestimmte Richtung zu lenken. Auch bei dieser Technik arbeiten die Komponisten mit vorhandenen Klischees.

So hat man bei einem Akkordeonspiel das Gefühl entweder im Hafen oder in Paris zu stehen. Oder dank Hitchcocks „Psycho“ vermutet der Zuschauer immer eine bedrohliche Situation bei Geigen-Staccati.

 

(Ratatouille Soundtrack)

Leitmotivtechnik

Die letzte Technik ist die Leitmotivtechnik. Dort bekommen zum Beispiel Personen, Gegenstände oder Orte eine bestimmte Melodie zugeordnet. Diese wird auch Motiv genannt. Man unterscheidet zwischen drei Arten der Leitmotivtechnik. Bei dem Motivzitat wird das komponierte Motiv in der Filmmusik unverändert weiterverarbeitet. Bei der idée fixe entwickelt sich das Motiv im Film je nach Geschehen weiter. Und bei der voll entwickelten Leitmotivtechnik wird die komplette Filmmusik nach einer bestimmten Leitmotivik komponiert.

Ein berühmter Anwender ist Howard Shore in dem Soundtrack zu "Herr der Ringe" und dem "Hobbit". So bekommen zum Beispiel verschiedene Personengruppen wie die Hobbits oder die Elben eine bestimmte Tonabfolge (Motiv), die immer wieder im Laufe des Films abgespielt wird. Diese verwendeten Motive ziehen sich sogar bis in den "Hobbit".  

 

(Howard Shore: Billy Boyd – The Last Goodbye)

 

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