Filmrezension: "Valerian"

Schöne Welt – Schlecht erzählt

Manchem Sci-Fi-Fan wird auffallen, wie sehr "Valerian" nach "Star Wars" oder "Das Fünfte Element" aussieht. Zufall? Keineswegs. Denn die Comicreihe "Valérian et Laureline" inspirierte optisch beide. Luc Besson bringt nun die Comicvorlage ins Kino.
Valerian
Valerian und Laureline auf Mission

Die Stadt der tausend Planeten

Es ist das 28. Jahrhundert. Menschen und Aliens leben in friedlicher Koexistenz zusammen.

Die Spezialagenten Valerian (gespielt von Dane Dehaan, zu dem der Machoheld einfach nicht passen will) und Laureline (eine schmollig guckende und schlagkräftige Cara Delevingne) sind im Auftrag der Regierung unterwegs. Sie sollen auf einem Schwarzmarkt den letzten existierenden Transmutator konfiszieren. Dieses kleine Tier kann jeden Gegenstand, den es essen kann, replizieren. In der Weltraumstadt Alpha angekommen, sollen sie ihn dann an den Kommandanten übergeben.

Hier tut sich aber schnell eine größere Gefahr auf: im Zentrum von Alpha liegt die Red Zone. In dieser radioaktiven Zone scheinen sich dunkle Mächte zu verstecken. Valerian und Laureline werden mit dem Schutz des Kommandanten beauftragt – und der wird prompt gekidnappt. Valerian nimmt die Verfolgung auf, während Laureline sich auf die Suche nach den Hintergründen begibt.

Zwischendurch gibt es Verfolgungjagden, noch mehr Entführungen und zwielichtige Rotlichtviertel. Valerian und Laureline müssen einmal quer durch die gigantische Stadt Alpha, um letztlich eine Verschwörung aufzudecken.

Wunderschön aber ziellos

Regisseur Luc Besson schafft mit "Valerian – die Stadt der tausend Planeten" ein fantastisches, bildgewaltiges Universum. Es sieht wunderschön aus und man möchte als Zuschauer gern mehr über die verschiedenen Alienrassen erfahren.

Leider hat Valerian aber auch zu viele Schwachstellen, um zu überzeugen. Da wären zum einen die Charaktere: Valerian ist ein aufdringlicher Frauenheld. Wenn er seine Partnerin davon überzeugen will, eine Beziehung mit ihm anzufangen, rollt man nur mit den Augen – und wenn man bedenkt, dass die Beiden über fast nichts anderes reden, ist das eine Menge Augenrollen. Zumindest Laureline ist ebenso schlagkräftig wie schlagfertig und weiß Valerian Konter zu geben.

Dazu gibt es noch ein paar Nebenfiguren, die aber vollkommen unwichtig bleiben. Eine Ausnahme ist nur die von Rihanna gespielte Gestaltwandlerin Bubbles (obwohl man sich als Zuschauer schon fragt, ob ihre Tanzeinlage nun erotisch oder doch peinlich sein soll). Natürlich gibt es auch einen Bösewicht. Dieser bleibt allerdings sehr blass und unwichtig und bis zum Ende taucht er überhaupt nicht auf. Letztlich verkommt er dadurch zu einer Witzfigur.

Auch die Handlung selbst ist problematisch: sie verstrickt sich in so viele Nebenmissionen, dass man den Hauptplot beinah vergisst. Während der Anfang des Films noch Spannung und Tempo bietet, zieht er sich durch unnötige Rettungsmissionen ab dem Mittelteil sehr in die Länge. Schade eigentlich, denn das Universum von Valerian bietet eine Menge Potenzial.

Valerian Trailer
 

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