Streik

Schlichtungsgespräche beginnen

Seit Mitte Juni streiken die Mitarbeitenden der Neuen Halberg Guss. Heute haben die Beschäftigten ihre Arbeit allerdings wiederaufgenommen. Der Grund: ab morgen startet ein Schlichtungsverfahren zwischen der IG Metall und der Neuen Halberg Guss.
BIld von der Neuen Halberg Guss in Leipzig
Die Neue Halberg Guss in Leipzig

46 Tage. So lange stand die Produktion in Leipzig still. Die Mitarbeitenden protestierten stattdessen vor dem Werksgelände der Halberg Guss. Auf den Plakaten standen Sätze wie: „Halberg Guss muss leben“ und „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ Damit wollten sie sich einen Sozialtarifvertrag erstreiten - in diesem wird unter anderem geregelt, wie viel Geld die Mitarbeitenden für die entstehenden Nachteile bekommen. Nachdem sechs Tarifverhandlungen ohne Ergebnis geblieben sind, forderte die IG Metall das Unternehmen vergangenen Mittwoch zu einer Schlichtung auf.

Beginn der Schlichtung

Das Verfahren sollte eigentlich heute begonnen werden, laut Angaben des MDR wurde die Schlichtung allerdings auf morgen verschoben. Trotzdem wurde der Streik schon heute unterbrochen - die Mitarbeitenden in Saarbrücken und Leipzig sind pünktlich zur Frühschicht wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt.

„Die IG Metall geht damit den Weg einer Deeskalation und übernimmt Verantwortung für eine konstruktive Lösung. Jetzt kommt es darauf an, dass die Arbeitgeberseite Wort hält und konstruktiv im Schlichtungsprozess mitarbeitet, um eine zügige Lösung des Konflikts zu erzielen. Die Arbeitgeberseite hat eine soziale Verantwortung gegenüber den Menschen, die den Verlust ihres Arbeitsplatzes befürchten. Dieser Verantwortung müssen sie jetzt gerecht werden.“

Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Sachsen

Der Streik machte zuletzt auch den Kunden und Kundinnen der Neuen Halberg Guss zu schaffen. So musste der Kölner Motorenhersteller Deutz seine Produktionsplanung anpassen und Schichten verlegen. Das Unternehmen begrüßt es daher, dass der Streik erst einmal ausgesetzt wird.

Ein Ende des Streiks bedeutet das aber noch nicht. Die Mitarbeitenden planen, den Streik nur während des Schlichtungsverfahrens auszusetzen. Dieses wird vom ehemaligen Arbeitsrichter Lothar Jordan übernommen. Erst wenn ein Sozialtarifvertrag für Leipzig und Saarbrücken abgeschlossen wurde, stimmen die Beschäftigten über ein Streikende ab.

Der Beitrag zum Nachhören:

Der Bericht von Johanna Honsberg über das Schlichtungsverfahren

 

 

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Johanna Honsberg
30.07.2018 - 20:42