Arbeitslos in den USA

Schlecht verdienen oder gar nichts?

Das Dilemma zwischen Arbeitslosigkeit und Niedriglohnarbeit prägt ländliche Regionen der USA. In Ohio liegt die Arbeitslosenquote in manchen Countys bei knapp zehn Prozent. Wer dennoch einen Job hat, lebt oft am Existenzminimum. Doch woran liegt es?
Als Krankenschwester hat Stacia Mills ein sicheres Gehalt.
Stacia Mills hat den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit vorerst gewonnen.

Amerika ist, was zwischen den Küsten liegt. Und dieses Amerika ist geprägt durch hohe Arbeitslosenquoten und Geringverdiener. Ohio ist da keine Ausnahme. Durch gleich vier große Universitätsstädte hält sich der Bundesstaat im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld.

Ein Blick auf die einzelnen Regionen offenbart aber das große Elend: In Meigs County, im Südosten ist jeder Zehnte arbeitslos. Jeder fünfte Arbeitnehmer verdient weniger als 10.000 US-Dollar, also 8.000 Euro im Jahr.

Keine Absicherung

Neben einer ausreichenden Infrastruktur fehlt auch der doppelte Boden. Staatliche Krankenversicherungen, kostengünstige Schul- und Weiterbildung und Perspektiven gibt es nicht.

Daran ist auch Stacia Mills, Mutter eines 8-Jährigen Sohnes, gescheitert.

Ich wollte alleine für meinen Sohn sorgen können. Aber ich hatte kein Geld für meine Ausbildung. Die Gebühren und auch Bücher und Ausrüstung sind teuer.

Stacia Mills, Krankenschwester

Die junge Mutter hat sich an Ohio Means Jobs gewendet, eine Organisation, die in genau solchen Fällen hilft. Bildung ist ein häufiges Problem, denn viele Arbeitssuchende wissen schlicht nicht, wo sie anfangen sollen. Hinzu kommt ein Ungleichgewicht.

Wir haben eine Menge College-Absolventen mit einem Bachelorabschluss, aber nicht genug qualifizierte Jobs für sie. Auf der anderen Seite werden Handwerker oder Menschen in anderen Ausbildungsberufe dringend gesucht.

Jean Demosky, Workforce Development Board

Diese Ausbildungen zu Technikern und Technikerinnen oder zu Krankenhauspersonal, wie in Stacias Fall, sind teuer und durch mangelnde Infrastruktur finden viele Willige nicht den Weg zu Hilfsstellen. Ohio Means Jobs arbeitet seit Jahren daran, diese Hürde zu verringern. Bislang bleibt es aber häufig bei glücklichen Einzelfällen, das strukturelle Problem kann wohl nur auf politischer Ebenen gelöst werden.

Den Beitrag können Sie hier nachhören: 

Der Bericht von Lauren Ramoser über die Arbeitslosigkeit in Ohio
 

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