Schlafforschung

Schlafmittel und Schlafqualität

Bei 38 Prozent der angestellten Deutschen wurden Einschlafprobleme erkannt, so der Barmer Gesundheitsreport 2019. Laut DAK klagen 80 Prozent der Deutschen über Schlafprobleme - doch was kommt dann? Was machen Schlafmittel mit unserer Schlafqualität?
Hund in Bettlaken auf Bett
Übermüdet?

Mehrere deutsche Krankenkassen untersuchten die Schlafsituation der angestellten Bevölkerung. Die Ergebnisse sind alamierend.
Die Barmer Krankenkasse nennt in ihrem Gesundheitsreport 2019 über 38 Prozent der angestellten Deutschen zwischen 15 und 65 Jahren, bei denen Einschlaf- und Durchschlafprobleme diagnostiziert wurden. Die DAK rechnete hoch, dass knapp 80 Prozent aller Beschäftigten über entsprechende Probleme klagen.

Schlafprobleme sind keine Seltenheit in unserer Gesellschaft

Häufig werden in solchen Situationen Schlafmittel, auch chemischer Art, verwendet.
Hauptwirkstoffe der gängigen, verschreibungspflichtigen Schlafmittel sind die sogenannten Z-Substanzen, Nachfolger der Wirkstoffgruppe Benzodiazepine, welche aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials in den letzten Jahren kaum noch verschrieben werden.

Schlaftabletten vor neutralem HintergrundSymptomlindernd, jedoch keine Lösung für die Ursache von Schlafproblemen.

Neue Z-Wirkstoffe, alles gut?

Auch die neue Wirkstoffgruppe wirkt beruhigend, angstlösend, muskelentspannend und schlaffördernd. Unbedenklich ist der Einsatz dieser Medikamente, jedoch immernoch nicht.
Schlafforscher Steffen Schädlich vom Martha-Maria Krankenhaus in Halle, erklärte uns deren Auswirkungen auf den Schlaf und wie diese die Schlafqualität beeinflussen. Die Mittel wirken schlaffördernd und können so Symptome, wie zum Beispiel Einschlafschwierigkeiten lindern. Die Ursachen der Schlafprobleme beheben sie jedoch nicht.

...Die schlafanstoßenden Medikamente sind sinnvoll, aber nur gemeinsam mit einer komplexen Behandlung des Patienten.

Schlaflaborleiter Steffen Schädlich

Dennoch kommt es immer häufiger vor, dass chemische Schlafmittel auch vollkommen ohne Therapie verschrieben und konsumiert werden. Die Risiken davon sind vielen gar nicht bewusst. Obwohl ärztliches Fachpersonal in der Regel nur eine geringe Anzahl von Tabletten verschreibt, verlangen viele Patienten bereits nach kurzer Zeit nach mehr Medizin.

Jeder der ein Schlafmittel nimmt, sollte das so kurz wie nötig einnehmen und sich bewusst sein, dass [...] der Körper schnell in [..] eine Abhängigkeit reinkommt.

Fachapothekerin Heike Senf

Eine Abhängigkeit kann schon innerhalb von einer Woche entstehen

Diese äußert sich zum Beispiel in dem Gefühl ohne Tablette gar nicht mehr schlafen zu können. Sowohl der Schlafforscher, als auch die Apothekerin weisen darauf hin, dass Patienten sich daher nie nur nach einem Schlafmittel, sondern immer nach einer Behandlung ihres Schlafproblems erkundigen sollten.

 

 

 

 

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Ansprechstellen bei Schlafproblemen, wie bei dem Verdacht eines Suchtverhaltens

Solltet Ihr das Gefühl haben von Schlafproblemen oder Suchtverhalten betroffen zu sein, kann Euch allgemeinmedizinisches Fachpersonal oder auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. helfen.