Musik-Highlights: 44

Schaurig Schöne Songs

Morgen steht Halloween vor der Tür und wir haben für euch den passenden Soudtrack! Vom freaky-poppigen Gruseltrack bis zum düsteren Deutschrap ist alles dabei. Plus: Inspiration für ein passendes Outfit findet ihr bestimmt in dem ersten Video
Die Musikhighlights der Woche - KW 44

Unser Album der Woche kommt von clipping. und trägt den Titel "Visions Of Bodies Being Burned". Eine ausführliche Rezension findet ihr hier.

Ashnikko – "Halloweenie III: Seven Days"

Album-VÖ: 23.10.2020

Schon zum dritten Jahr in Folge veröffentlicht die Weirdo-Pop-Künstlerin Ashnikko rechtzeitig zum offiziellen Tag des Grusels einen neuen „Halloweenie“-Song.

Im dritten Teil ihrer Reihe weitet sie ihren Lieblingsfeiertag gleich mal auf eine ganze Woche aus. Die über Tiktok berühmt gewordene Exzentrikerin zelebriert sich dabei als Monster und Symbol starker Weiblichkeit. Wo Sie am ersten Halloween-Tag noch ihren Erzfeind zerfleischt, tanzt sie am siebten Tag nur noch nackt im Mondlicht herum. Und wo man Ashnikko auf den vorherigen beiden Teilen noch rappen hören konnte, hat sich die blauhaarige Künstlerin hier auf einen Gesangston festgelegt, der ein bisschen an die Gruselversion eines Kindeliedes erinnert.
Gestern veröffentlichte sie zu dem Song ein etwas abgedrehtes Musikvideo.

Auf ihrem kommenden Mixtape „Demidevil“ wird die Single voraussichtlich nicht zu finden sein. Dessen Veröffentlichung wurde nun schon zum zweiten Mal verschoben. Ashnikkos erster Longplayer soll nun nicht im November sondern erst im Januar nächsten Jahres erscheinen.

Martin Pfingstl

Kwam.E & Tom Hengst - Stoopid

Album-VÖ: 31.10.2020

„Es ist Halloween wir komm zu dir nach Hause“
Kwam.E und Tom Hengst sind definitiv zwei Kandidaten, die man 2020 im Deutschrap auf dem Plan haben muss. Erst vor einigen Monaten haben sie zusammen ein Album rausgebracht, doch die beiden bleiben hungrig. Darum kommt zu Halloween ein Track von den Hamburgern der unter dem Motto dieses Tages steht. In der neuen Single „Stoopid“ geht es ums um die Häuser ziehen und mit vollen Taschen nach Hause gehen – aber „nein das’ kein Süßes oder Saures“

„Weil Kids nicht viel verdienen tragen sie Masken wie an Halloween
Rein raus rennen, so verbrennen sie die Kalorien“

Seit 2017 liefert Kwam.E konstant Releases und zahlreiche Features. Dabei arbeitet er seit frühen Tagen mit Eloquent und Ace Tee. Inzwischen ist er auch mit aus dem Untergrund getretenen Vertretern der neuen Deutschrap-Generation wie BHZ, oder Lugatti&9ine zu hören. Mit Tom Hengst gibt es seit letztem Jahr eine lange Liste gemeinsamer Tracks und seit ein paar Monaten auch ihr gemeinsames Album „Concrete Cowboys“. 

Auch Tom Hengst drängt sich immer weiter ins Rampenlicht. Neben den Produktionen mit Kwam.E bringt er heute auch seine zweite Solo Single in diesem Jahr – „ICE ICE“. Seine Kombination von pumpendem Bass, lässigem Flow und eine ordentliche Portion Selbstgefälligkeit ist catchy.  

Mit Stoopid sind die beiden soundtechnisch dagegen recht düster unterwegs. Doch laut Tom Hengst ist genau das angebracht für zwei Künstler aus einer Stadt, in der es immer regnet. Am Ende lädt der Track mit seinem herben Beat und seiner eingängigen Hook zum Ausrasten ein.

Luis Weidler

Haiyti- comeback

Single-VÖ: 30.10.2020

Eigentlich könnte man meinen, nach einem Album im Juli und drei Single-Releases in den vergangenen Wochen wäre es angebracht, sich in einen ausgiebigen Winterschlaf zurückzuziehen. Nicht mit Haiyti:
Nur zwei Wochen nach „tak tak“ droppt die Hamburger Rapperin den neuen Song „comeback“.
Während sie in ihren letzten Releases offensive Punchlines austeilt, hört sich Haiyti in „comeback“ eher gebrochen und melancholisch an. Vor allem in der melodischen Hook singt die selbsternannte Trap-Queen von Sinnkrise und Orientierungslosigkeit:

"Ich hab Alles, was ich liebe verflucht
Mann ich wollt es fast tun
Und ich weiß es war nicht cool
Lief durch den Regen, die Hölle und den Monsun
Und ich dachte es wird nie wieder gut"

Haiyti in „comeback“

Dazwischen erklingt die heisere Autotune-Stimme wie üblich in hohen, gekrächzten Tönen, unterlegt von düsteren Beats. „Comeback“ wird der erste Song auf Haiytis neuem Album sein. Passend dazu erinnern die Lyrics an typische Opener-Lyrics diverser Rapalben. 

„Scheiß mal auf die ganzen Fake-News
Ich bin Deutschraps Zukunft
Dass ich nie wieder zurückkomm‘ war ein Trugschluß“

Haiyti in „comeback“

Ein wirkliches „Comeback“ braucht die 27-Jährige eigentlich gar nicht zu feiern, ihr letztes Studioalbum „SUI SUI“ erschien erst vor knapp vier Monaten. Ihr massiver Output scheint genauso zu ihrem Konzept zu gehören wie das Auftreten als immer wieder neu erfundene Kunstfigur. Bekam man Haiyti in vergangenen Musikvideos beispielsweise als Luxusdiva oder Gangster-Braut zu sehen, wirkt sie auf dem Singlecover für „comeback“ eher wie eine Gestalt aus einem düsteren Fantasyfilm.  Eins ist sicher: Langweilig wird es für Haiytis Fans wohl vorerst nicht werden.

Der Song wird mit Haiytis letzten Single-Veröffentlichungen auf dem neuen Album „influencer“ am 4. Dezember erscheinen.

Nelly Brändle

 

 

 

 

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Verschiedene
30.10.2020 - 16:30
  Kultur

Direkt bei Spotify reinhören:

Ashnikko - "Halloweenie III: Seven Days"

Haiyti - "comeback"