Drohnen

Schau mal, was da fliegt

Immer mehr Copterdrohnen bevölkern den Himmel über Deutschland. Dabei müssen nicht nur Regeln beachtet werden – auch ein Umgang mit den Sorgen in der Bevölkerung ist wichtig.

Seit einigen Jahren fliegt Lutz Többens' als professioneller Copterpilot regelmäßig Drohnen für seine Leipziger Werbeagentur twenty4pictures. Er erzählt, dass sich in dieser Zeit viel auf dem Markt getan habe. Am Anfang schweißten er und seine Mitarbeiter die Drohnen noch selbst aus Materialien aus dem Baumarkt zusammen. Inzwischen gibt es ebendort Modelle zu kaufen, deren Sensoren sie daran hindern, gegen Dinge zu fliegen. 
Auch die Auftragslage für Drohnen sei gestiegen, erzählt Többen. Inzwischen fragen viele potenzielle Kunden zuerst, ob Többens Agentur auch Fotoaufnahmen mit Drohnen macht. 

Skepsis auf der Straße

Im öffentlichen Raum reagierten dennoch viele Passanten angespannt, wenn sie eine Drohne sehen. Többens glaubt, das läge vor allem daran, dass nur wenige Menschen über rechtliche Regelungen im Bezug auf Drohnen Bescheid wissen. Dabei hat Verkehrsminister Dobrindt gerade eine Regelung beschlossen, in der Drohnenflüge stärker als bisher reguliert werden. Je nach Größe und Gewicht gelten unterschiedliche Regelungen für Drohnen. 

Die Regelungen

Wiegt die Drohne über zwei Kilogramm, muss ein Flugnachweis - eine Art Drohnenführerschein-gemacht werden. Bisher ist allerdings noch unklar, welche Bedingungen gelten, um einen solchen Drohnenführerschein zu bekommen.
Bei Drohnen ab 5 Kilogramm braucht man zusätzlich vor jedem Start eine Aufstiegserlaubnis der Länder. Grundsätzlich verboten ist das Fliegen "out-of-sight", das heißt in einer Höhe, in der Menschen auf den Boden die Drohnen nicht sehen können. Többens findet es sinnvoll, dass es Neuregelungen gibt. 

Datenschutz adé?

Ganz anders steht Martin Maslaton dazu, der Vorstandsmitglied im Bundesverband Ziviler Drohnen ist. Er meint, die Neuregelung lege die Drohnenwirtschaft lahm. Richtig wäre es, ein Regelungssystem zu schaffen, dass die Drohnen fliegen lässt und bei Regelbruch sanktioniert. 
Maslaton glaubt, dass das Verkehrsministerium Angst vor der Drohnenwirtschaft hat. Der Staat sehe nicht, dass Drohnen ein Massenphänomen darstellen. Allein deshalb würden solche Regelungen nicht helfen.
Auf Datenschutzprobleme angesprochen, sagt er, dass wir alle sowieso gefilmt werden. Er glaubt nicht, dass es in unserer Zeit noch möglich ist, das Recht am eigenen Bild durchzusetzen. 

Zum Abschuss freigegeben

Dabei sind die Regelungen fürs Filmen eigentlich klar.

Das gezielte Fotografieren von Menschen, die sich unbeobachtet fühlen ist, verboten.

Peter Schaar, ehemaliger Bundesbeauftragter für Datenschutz
Grundsätzlich hängt es vom Kontext ab, ob das Filmen von Menschen strafbar ist. Wenn jemand wiederholt seine Drohne vor das Schlafzimmerfenster seines Nachbarn fliegt, drohen Geld- oder Haftstrafen. Bei öffentlichen Sportveranstaltungen sind Fotoaufnahmen von Drohnen dagegen kein Problem.
Damit diese Regelung eingehalten werden kann, müssten auch die notwendigen Kapazitäten bereitgestellt werden, um gegen Verletzungen der Privatsphäre vorzugehen, so Schaar. 

Für Notfälle gilt:

Für den Extremfall, wenn man immer wieder von einer Drohne in der eigene Wohnung gefilmt wird, dessen Piloten man nicht erkennen kann, erzählt Schaar von einer ungewöhnlichen Maßnahme. In solchen Fällen sei man als Betroffener zur Notwehr berechtigt und könne ein Luftgewehr nehmen und die Drohne über dem Grundstück abschießen. Grundsätzlich rate er aber von dieser Handlung aber ab.  

Mehr im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Rebecca Kelber: 

Drohnen Beitrag Rebecca Kelber
 

 

 

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