Rezension

Schaffenspause beendet

"Refused are fucking alive" - So kündigte die schwedische Hardcore-Punkbank "Refused" ihr neues Album an. Es trägt den Titel "Freedom" und ist das erste Werk nach 17 Jahren. Das bringt doch viele Veränderungen mit sich, oder?
schwedische Hardcore-Punkband Refused
Refused: Nach 17 Jahren neues Album am Start

Wie klingt eigentlich Freiheit? – ob der Albumtitel "Freedom" auf den Sound der neuen Platte bezogen sein soll, ist wohl interpretationssache. Auf jeden Fall haben Refused sich die Freiheit genommen, mit einem neuen Album möglichst lang zu warten. Aber: Was lange währt wird bekanntlich gut! Oder?

Einen guten Start legt der erste Albumtitel "Elektra" auf jeden Fall vor. Der wurde bereits im April veröffentlicht und haut ordentlich rein. Hektischer Gitarren-Sound kombiniert mit kraftvollem Schlagzeug und Gesang - Definitiv nichts für Gegner der harten Musik. Kraftvoll geht es auch weiter. Der typisch punkige Klang zieht sich durch das gesamte Album und lässt schnell erkennen: Refused sind ihrem Stil treu geblieben.

Reifere Töne

Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an ihr vorheriges Album "The Shape Of Punk To Come". Es erschien bereits 1998 und war ein Riesenerfolg. Der Titel des Albums war eine Anlehnung an eine Platte vom Jazz-Musiker Ornette Coleman: "The Shape Of Jazz To Come". Songs wie "New Noise" halten sich bis heute in den Köpfen der Fans.

Die 17 Jahre Schaffenspause bleiben jedoch nicht ganz unbemerkt. Vor allem wenn man Sänger Dennis Lyxzén mit seinem früheren 'Ich' vergleicht fällt auf: Seine Stimme klingt reifer. Die hohen 'kreischigen' Töne sind noch immer präsent. Die sind ja auch typisch für die Band und deren Musikstil. Aber er variiert auf dem neuen Album häufiger im Tonumfang und schlägt auch tiefere Töne an.

Refused bleiben jedoch nicht nur bei den harten Tönen. So gibt es am Ende des Albums die altbekannte Quotenschnulze. Wie man sie auch von den meisten Hardcore/Punkbands kennt. Aber auch die ist etwas besonders: Eine ganz lahme Quotenschnulze war den Schweden dann doch zu langweilig. Die Strophen und vor allem das Instrumentale sind zwar sehr ruhig gehalten, dafür bleibt aber die charakreristische Kreisch-Stimme im Refrain bestehen. Das Lied heißt "Useless Europeans". Es startet mit einem entspannten 1-Minuten-Intro und ist mit seinen über 6 Minuten der längste Albumsong.

Fazit

"Freedom" ist mit seinen gerademal zehn Songs nicht sehr lang. Die reichen aber völlig aus, um das Statement der Band "Refused Are Fucking Alive" zu bekräftigen. Bemerkenswert ist auch, dass die Band an ihrem punkigen Stil festhält und sich nicht an die typische Chartmusik anpassen. Somit ist die Kommerzialisierung bei ihnen zum Glück noch nicht angekommen. Wozu auch große Veränderungen, wenn es nichts zu verbessern gibt? Für so viel Stiltreue - Hut ab!  

 

Refused - Elektra auf Muzu.tv

 

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Celia Woitas
11.07.2015 - 15:23
  Kultur

Refused: Freedom

Tracklist:

1. Elektra*
2. Old Friends / New War
3. Dawkins Christ*
4. Françafrique*
5. Thought Is Blood
6. War On The Palaces
7. Destroy The Man
8. 366
9. Servants Of Death
10. Useless Europeans*

*Anspieltipps
 

Erscheinungsdatum: 26.06.2015
Epitaph Records