Theater

Schäbige Schädelübergabe

Ein Eklat: Die Rede einer Staatssekretärin, gehalten zur Rückgabe menschlicher Schädel an das namibische Volk. Diese Rede und zugleich ein Stück deutscher Geschichte kommt in "Remains. Eine Rede" auf die Bühne der Cammerspiele.
Remains. Eine Rede
"Remains. Eine Rede"

Es war nicht der Tag von Cornelia Pieper: Der 30. September 2011. Die damalige Staatssekretärin des Auswärtigen Amts hielt eine Rede anlässlich der Rückgabe von 20 Schädeln. Diese waren im Zuge der deutschen Kolonialherrschaft in Namibia in die Berliner Charité gebracht worden – für "rassenkundliche Forschungen". Es waren die Schädel von Menschen der Volksgruppen Herero und Nama, die bei Aufständen gegen die Kolonialherrschaft ums Leben kamen.

Nach über 100 Jahren sollte die Rückgabe mit einer Rede Piepers begleitet werden. Die wurde zum Eklat: Pieper wurde ausgebuht, Anwesende forderten eine Entschuldigung für die Verbrechen der Kolonialzeit – die Staatssekretärin wollte aber nur von "Versöhnung" sprechen. Diese Rede nimmt das Theaterkollektiv anne&ich zum Anlass, über deutsche Kolonialgeschichte nachzudenken und darüber, wie wir uns mit ihr beschäftigen.

"Remains. Eine Rede"

anne&ich
Michaela Maxi Schulz und Anton Kurt Krause im Studio

Entstanden ist das Stück "Remains. Eine Rede", das in den Cammerspielen aufgeführt wird. In einem knapp einstündigen Monolog wird die Rede Piepers vorgetragen, untergraben, assoziativ weitergeschrieben. Entwickelt wurde er gemeinsam von der Dramaturgin Anne Rietschel, dem Regisseur Anton Kurt Krause und der Schauspielerin Michaela Maxi Schulz, die sich damit erstmals als Kollektiv anne&ich präsentieren.

Schauspielerin Michaela Maxi Schulz und Regisseur Anton Kurt Krause im Gespräch mit Moderatorin Anna Vogel
1802 Remains.Eine Rede komplett

Rezension zur Premiere

Charlotte Schulze im Gespräch mit Moderatorin Lisa Hofmann über die Premiere von "Remains. Eine Rede"
1802 Rezension "Remains. Eine Rede" 2
Remains. Eine Rede
"Remains. Eine Rede" in den Cammerspielen
 

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"Remains. Eine Rede"

von und mit anne&ich: Anton Kurt Krause, Anne Rietschel, Michaela Maxi Schulz und Sibylle Wallum.

Die nächsten Aufführungen von "Remains. Eine Rede":

Do, 18. Februar 20:00 Uhr

Fr, 19. Februar 20:00 Uhr

Sa, 20. Februar 20:00 Uhr

Fr, 15. April 20:00 Uhr

Sa, 16. April 20:00 Uhr

So, 17. April 18:00 Uhr

Mehr Informationen gibt es hier.

Die Rede von Cornelia Pieper, die dem Stück zugrunde liegt, können Sie hier lesen.