Lesung

Sam Spade läuft durch Leipzig

In einer audiovisuellen Lesung hat der Schauspieler Armin Zarbock den Krimiklassiker "Der Malteser Falke" umgesetzt. Von Rauchschwaden, Whisky und mörderischen Sirenen liest er in der Moritzbastei.
Der Schauspieler Armin Zarbock.
Der Schauspieler Armin Zarbock.

Armin Zarbock schlüpft in die Rolle des Sam Spade. Die eine Hand steckt in der Hosentasche, die Andere führt eine imaginäre Zigarette zum Mund. "Du bist eine Lügnerin", raunt Privatdetektiv Spade seiner verruchten Klientin ins Ohr. "Eine Lügnerin war ich immer", entgegnet sie, Zarbocks Hand streichelt die eigene Brust. Es ist ein Live-Hörbuch, das sich in der Moritzbastei am Dienstagabend entfaltet hat.

"'Der Malteser Falke kam mir sehr schnell in den Sinn', weil das schauspielerisch natürlich unglaublich Spaß macht, die coole Sau zu spielen. Den Privatdetektiv, das macht natürlich jeder gern."

 

Dashiell Hammetts 240 Seiten starker Krimi musste dabei ganz schön zusammengestrichen werden, "fast 90 Prozent!" sagt Zarbock. Trotzdem nimmt er das Publikum mit in die düstere Atmosphäre der späten 20er Jahre, als Privatdetektiv und Gauner in San Francisco aufeinandertrafen.

Unterstützt wird die Erzählung durch an die Wand gebeamte Fotos – das hat sie aber gar nicht nötig. Die Bilder von der Leipziger Innerstadt, die Zarbock selbst geschossen hat, lenken sogar eher ab. Gerade weil sie mit der Handlung keine ersichtliche Verbindung haben, wirft jedes neue Foto den Zuschauer für einen Moment raus aus dem Bühnenbild des nebligen San Francisco, das Zarbok durch seine Lesung in den Köpfen erzeugt.

 

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