Die Kolumne

Sächsischer Wein für das Elend

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Paula Drope über klare Worte, Schneekönige und 4,90€ Bordeaux.
Die Kolumne wird nicht auf der Schreibmaschine geschrieben. Aber so ein Retro-Symbolbild hat doch was, oder!?

Immer freitags: Unsere vier Kolumnisten beantworten die guten Fragen der Woche. Die kommen aus der Redaktion. Diesmal: Paula Drope über klare Worte, Schneekönige und 4,90€ Bordeaux.

"Sächsischer Wein für das Elend" - die Kolumne von Paula Drope
Kolumne sächsischer Wein

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat erkannt, dass es in Sachsen ein Problem mit Fremdenhass gibt. Ist jetzt alles in Ordnung?

Als optimistischer Pessimist sage ich: Es liegt nicht mehr so viel im Argen. Fremdenfeindlichkeit hört natürlich nicht auf, nur weil Herr Tillich das sagt. Aber selbst die Opposition fand lobende Worte für die Position des Ministerpräsidenten, da will ich jetzt nicht die Miesmacherin sein. Mies machen würde es sich die Landesregierung selbst, wenn sie auf diese deutlichen Worte keine deutlichen Taten folgen lassen würde. Nur das sieht man erst nach den Sommerferien. Hoffentlich vergisst es bis dahin niemand.

Kolumnistin Paula Drope hat mal Geige gespielt, mag keine Vögel und wenn sie mit rechts schreibt, wird ihr schwindelig.

Die LVB haben ihre erste Mobilitätsstation am Wilhelm-Leuschner-Platz eröffnet. Freust du dich, dass du jetzt endlich weißt, wie du von A nach B kommst?

Wie ein Schneekönig! Auch wenn der ob gefrorener Oberleitungen wohl nie in den Genuss einer Fahrt mit dem Leoliner kommt. Jetzt gerade ist es aber auch irgendwie schwer. Die Karli ist gesperrt, die Kö auch und war an der Eisenbahnstraße nicht auch irgendwas? Ich weiß ja nicht, ob die Mobilitätsstation mir da wirklich einen akzeptablen Weg vorschlagen kann. Ich bin nicht vom Hocker gehauen und bleibe beim Fahrrad. Oder Zuhause.

Der Bundestag hat ein Gesetz verabschiedet, das mehr Weinbau in Sachsen genehmigt. Verzichtest du jetzt auf französische Reben und unterstützt nur noch den lokalen Anbau?

Ich habe kurz überlegt ein leidenschaftliches Plädoyer für den sächsischen Weinbau zu halten, habe dann aber beschlossen, dass ich kaum Leidenschaft für sächsischen Wein habe. Ich finde ja immer, dass man mit 4,90€ Bordeaux nix falsch machen kann. Aber den bekomme ich aus Sachsen wahrscheinlich eh nicht.

Und nächste Woche?

Haben sich die sächsischen Fremdenfeinde davon erholt, dass Tillich mal den Mund aufgemacht hat und gehen in Freital und Meißen wieder zur Tagesordnung über. Tillich wiederum ist dann längst im Urlaub, und für klare Worte wohl nicht mehr zu erreichen. Da hilft dann nur noch der sächsische Wein und das Elend zu ertragen.

 

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