Gentechnik

Sachsen setzt sich ab

Heute wird EU-weit abgestimmt. Soll der Genmais 1507 künftig auf europäischen Äckern zugelassen sein? Die große Koaltition konnte sich nicht einigen - deshalb wird Deutschland sich heute voraussichtlich enthalten. Dafür bezieht Sachsen Position.

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Derzeit werden in Deutschland keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut. Die Deutschen sehen das durchaus positiv, denn nach einer aktuellen Umfrage von Greenpeace sprechen sich 88 Prozent der Bürger gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen aus. In der Bundespolitik dagegen zeichnet sich ein nicht ganz so eindeutiges Bild ab. Letztenendes ist es in der großen Koalition zu keiner Einigung gekommen. Deshalb wird sich Deutschland wohl bei der Abstimmung heute enthalten. Während sich einige Landesregierungen klar gegen die Zulassung aussprechen, fährt die sächsische Landesregierung einen anderen Kurs. Georg Ludwig von Breitenbuch, Abgeordneter der CDU, sieht im Anbau von Genmais eher die Chance, wissenschaftlich zu profitieren.

Genmais: Gefahr oder Chance?

"Man muss einfach gucken, dass man dran bleibt", sagt von Breitenbuch mit Blick auf den wachsenden internationalen Wettbewerb. Der sächsische Grünen-Vorsitzende Volkmar Zschocke dagegen sorgt sich vor allem um die Auswirkungen eines möglichen Anbaus. Denn die Genmaispflanze 1507 produziert ein eigenes Insektengift, das vom Boden aufgenommen werden und so ins Grundwasser gelangen kann. Problematisch ist auch, dass die Ausbreitung der Pollen von den genmanipulierten Pflanzen nicht kontrolliert werden kann. Das sei eine Gefahr für die biologische Vielfalt, gibt Zschocke zu bedenken und sieht vor allem auch die Bauern mit konventionellem Anbau im Nachteil.

Deutschland als Zünglein an der Waage

Heute wird im Ministerrat über die Zulassung abgestimmt. Noch ist die Entscheidung völlig offen,  doch es scheint, als würden Schweden, Spanien und Großbritannien für eine Zulassung stimmen. Um diese aber letzenendes auch durchsetzen zu können, ist eine qualitative Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Wird die nicht erreicht, muss die Europäische Kommission entscheiden. Zschocke ist enttäuscht darüber, dass Deutschland in dieser Abstimmung nicht eindeutig Position bezieht, denn er sieht in der Stimme des Ministers durchaus die Möglichkeit, auf die Entscheidung noch Einfluss zu nehmen.

Zulassung spätestens in der Europäischen Kommission

Sollte die Entscheidung in der Hand der Europäischen Kommission liegen, gilt eine Zulassung als wahrscheinlich. Diese Entscheidung würde alle europäischen Mitgliedstaaten betreffen. Landwirtschaftsminister Hans Peter Friederich allerdings hat erst kürzlich Ausstiegsklauseln ins Gespräch gebracht. Durch sie soll es einzelnen Bundesländern möglich gemacht werden, sich dem Anbau von Genmais 1507 zu verweigern. Die sächsische CDU sieht darin allerdings die Gefahr der Vereinzelung. Stattdessen fordert von Breitenbuch eine bundesweit einheitliche Agrarpolitik.

 

Genmais - Bald auch auf europäischen Äckern? Beitrag von Anna Vogel

 

 

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