Lohnanstieg

Sachsen im Vergleich noch immer hinten

Vergleichsweise niedrige Löhne sind für Sachsen und allgemein ostdeutsche Bundesländer typisch. Laut eines Entgeltatlanten sind sie 2016 im Mittelwert gestiegen, auch stärker als in den meisten anderen Bundesländern.
Lohnanstieg
Die Löhne in Sachsen steigen, liegen aber immer noch unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Am Donnerstag veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit den Entgeltatlas mit den Zahlen für 2016. Er beantwortet die Frage nach Unterschieden zwischen Löhnen, sowohl regional als auch im Hinblick auf das Geschlecht und die Art von Beruf.

Entwicklung der Löhne in Sachsen

In Sachsen arbeiten ungefähr eine Millionen Frauen und Männer Vollzeit. Der Mittelwert ihres Bruttomonatsgehaltes lag 2016 bei rund 2400 Euro. Das sind 65 Euro mehr als im Jahr davor. Einen stärkeren Zuwachs konnte lediglich Thüringen verzeichnen. Leipziger verdienten monatlich rund 2700 Euro, also etwas mehr als im sächsischen Mittel. Zudem ist der Anstieg in Leipzig im Vergleich mit allen anderen sächsischen Kreisen am höchsten.

Die Anstiege gehen allerdings von einem niedrigen Niveau aus. Im Ländervergleich belegt Sachsen zusammen mit Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor die letzten Plätze in Sachen Mittelwertslohn. Die höchsten Werte verzeichnen Hessen, Baden-Württemberg und Hamburg mit jeweils grob 3500 Euro. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei rund 3100 Euro womit Sachsen, wie Leipzig immer noch ein ganzes Stück darunter liegen. Aber auch innerhalb des sächsischen Mittelwerts gibt es neben Leipzig Städte und Regionen mit Abweichungen nach oben und unten. Den höchsten Mittelwert hatte Dresden zu verzeichnen, den niedrigsten der Erzgebirgskreis.

Ursachen für Anstiege und Unterschiede

In erster Linie erhöhen sich die Löhne in Sachsen wie in anderen ostdeutschen Bundesländern aufgrund der steigenden Leistung der Wirtschaft. Neben der Wirtschaftsleistung wächst auch die Konkurrenz zwischen den Betrieben. Höhere Löhne sorgen für mehr Fachkräfte und binden sie länger an das Unternehmen.

Die dennoch niedrigen Mittelwerte im Vergleich zu anderen Bundesländern sind mit der Größe der Betriebe zu erklären. In westlichen Regionen befinden sich hauptsächlich größere Unternehmen und Sitze von Konzernen. In Sachsen hingegen beschäftigen 80 Prozent der Betriebe weniger als zehn Mitarbeiter. Frank Vollgold, Pressesprecher der sächsischen Bundesagentur für Arbeit, erläutert näher warum:

Das sind alles Kriterien, die bei der Lohnhöhe eine Rolle spielen. Denn große Betriebe sind häufig tarifgebunden und zahlen damit höhere Löhne, als kleine Betriebe.

Frank Vollgold, Pressesprecher der sächsischen Bundesagentur für Arbeit

Aber auch das Qualifikationsniveau der Beschäftigten beeinflusst die Lohnhöhe maßgeblich. So verdienen Angestellte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Verlauf ihres Arbeitslebens rund 300.000 Euro mehr als Ungelernte.

Alle Informationen gibt es im Studiogespräch zwischen mephisto 97.6-Redakteur Marvin Kalies und Moderator Marc Zimmer zum Nachhören:

Ein Studiogespräch von Marvin Kalies
 
 

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Der Entgeltatlas mit den Zahlen für das Jahr 2016 steht hier zur Verfügung. Weitere Infografiken und Statistiken sind im Kommunikations-Informations-Service-System einsehbar.