Russisch-Deutsche Völkerverständigung

Russische Identität in Reudnitz

Die Dresdnerstraße ist Schmelzpunkt verschiedenster Kulturen. Auch für die russische Gemeinschaft ist sie eine wichtige Anlaufstelle. Was verbindet russische und deutsche Kultur und was trennt sie?
Der russische Laden Berjoska

Im Zentrum von Reudnitz, dem Herzen des Leipziger Ostens, liegt die Dresdner Straße. An ihr reihen sich Geschäfte, wie der russische Laden Berjoska. Dort stapeln sich russische Spezialitäten in den Regalen und neben Leckereien findet man hier unterschiedlichste Sorten Vodka. Der Laden erfreut sich regen Betriebs: 30 Prozent der Kunden kommen aus der ehemaligen Sowjetunion, den größeren Anteil machen aber die Deutschen Kunden aus. Russischer Wodka und Pelmeni in deutschen Haushalten macht bewusst, dass gutes Essen Nationalitäten verbindet. 

 

Verlust kultureller Identität

Das Berjoska wird aber nun Ende September seine Pforten für immer schließen. Grund dafür ist nicht der Mangel an Kunden, sondern Mieterhöhungen, die den finanziellen Rahmen des kleinen Ladens sprengen. Mit der Auflösung des Berjoska geht der Dresdnerstraße ein Teil seiner russischen Identität verloren. Auch für den Ladenbesitzer bedeutet das Probleme: Im fortgeschrittenen Alter mit Migrationshintergrund einen Job zu finden, ist schwierig. 

Deutsch-Russische Vermittlung

Hilfe können russische Migranten beim deutsch-russischen Hilfswerk zur heiligen Alexandra e.V. finden, welches sich nur wenige Meter weiter auf der Dresdnerstraße befindet. Unter der Leitung von Nadja Oppenländer versteht sich das Hilfswerk vor allem auf Völkerverständigung und Kulturvermittlung. Es bietet Übersetzungshilfen, Begleitung zu Behördengängen und Sprachunterricht an. Das breit gefächerte Freizeitangebot richtet sich an alle Altersgruppen: Tanz- und Malkurse, Exkursionen in Deutschland und Russland sowie literarische und musikalische Veranstaltungen. Die Tür des Hilfswerks steht allen Nationalitäten offen. Vor allem Kinder werden hier gefördert.

"Je mehr man Sprache beherrscht, desto besser für die Gesellschaft. Je mehr ausgebildete Leute gibt's in Deutschland, desto besser auch für Wirtschaft. "  Nadja Oppenländer

Für das Hilfswerk ist klar, dass Bildung und Kultur der Grundstein für eine funktionsfähige, vielfältige Gesellschaft sind. Man muss auch schon mal über den eigenen Tellerrand schauen, sich auf andere Kulturen einlassen. Die Dresdnerstraße geht vor allem in der russisch deutschen Völkerverständigung mit gutem Beispiel voran.  

mephisto97.6--Reporterinnen Julia Seitz und Carlotta Jacobi besuchten den Laden Berjoska
 
 

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Teresa Seitz, Carlotta Jacobi
03.09.2014 - 10:32
  Kultur