Rechtsextremismus

Rückgang rechter Gewalt an Schulen

An Sachsens Schulen sank die Zahl rechtsextremistischer Vorfälle trotz der starken Flüchtlingszuströme. Hakenkreuze auf Schultoiletten und -höfen oder Rechte Schmierereien in Arbeitsheften von Schülern gehen weiter zurück.
An sächsischen Schulen ist ein Rückgang rechtsextremer Straftaten zu verzeichnen.

Die Anzahl von Vorfällen rechtsextremistischen Hintergrundes sank um 38%. Dabei kam es landesweit 2014 noch zu 74 Vorfällen, 2015 ging die Zahl auf 46 zurück. Besonders an Gymnasien sank die Zahl der Vorfälle um 69% (2014: 13, 2015: 4), während die meisten Vorfälle an Grund- und Oberschulen gemeldet wurden, so eine Meldung des sächsischen Kultusministeriums. Regional gibt es jedoch starke Unterschiede. Die meisten Vorfälle wurden außerhalb der Großstädte Leipzig, Dresden und Chemnitz registriert.

Verstöße gab es in vielerlei Richtungen. Von Schmierereien und Parolen auf Schultoiletten und -höfen, rechten Schriften und Hakenkreuzen in Schulheften, bis hin zu staatsfeindlichen Äußerungen von Schülern gegenüber einer ausländischen Studentengruppe.

Roman Schulz, Pressereferent der Sächsischen Bildungsagentur, im Interview:

mephisto97.6 Redakteur Andreas Funke im Interview mit Roman Schulz, dem Pressereferenten der Sächsischen Bildungsagentur
mephisto97.6 Redakteur Andreas Funke im Interview mit Roman Schulz, dem Pressereferenten der Sächsischen Bildungsagentur

Prävention an Schulen

Unterschiedliche Programme und Projekte an Sachsens Schulen dienen der nachhaltigen Vorbeugung gegen rechte Gewalt, Politikverdrossenheit und extremistische Gefährdungen. Wichtige Voraussetzung für politische Bildung und Demokratieverständnis ist, dass Schüler und Eltern aktiv daran teilhaben und mitwirken können.  In den Lehrplänen aller Schularten sind Toleranz, Demokratie sowie das Thema „Extremismus“ verankert. Zur Aufklärung rechter Gewalt umfasst die Prävention ein Angebot aus Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, die Herausgabe von Broschüren und Internetpräsentationen.

Fortbildungen für Lehrer

Das Sächsische Bildungsinstitut und die Sächsische Landeszentrale bieten Lehrern spezielle Fortbildungen zum Thema „Extremismus“ an. Dies reicht vom „Umgang mit Rechtsextremismus unter Jugendlichen“ über „Rechtsradikale Geschichtsverfälschung und deren Entlarvung“, „Demokratiepädagogik" bis hin zur „Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus – Entwicklung demokratischen Handelns im Schulalltag“.

Schule ohne Rassismus

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein bundesweites Schulnetzwerk, bei welchem es sich um ein Projekt von und für Schüler handelt. Es bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich durch aktive Mitgestaltung an ihrer Schule, gegen jede Form von Gewalt, Mobbing und Diskriminierung zu wenden. Landesweit tragen 67 der fast 1500 Schulen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

2.000 Schulen gegen Rassismus und Gewalt!Heute am 09. März 2016 wird die 2.000ste Schule in das bundesweite Netzwerk...

Posted by Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage Bundeskoordination on Mittwoch, 9. März 2016

Schule ohne

Präventionsarbeit von Polizei und Verfassungsschutz

Auch Polizei und Verfassungsschutz leisten an Schulen wichtige Präventionsarbeit. Besonders junge Menschen, deren Demokratiebewusstsein noch nicht gefestigt ist und die deshalb anfällig für rechtsextremistische Propaganda sind, sind hier Zielgruppe. Auch an diejenigen, die Verantwortung für die Erziehung junger Menschen tragen, wie Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter, richtet sich die Aufklärung.  Aufgabe ist es, demokratische Grundrechte zu vermitteln, darzustellen, zu beschreiben und sich auch von negativen und ihnen entgegenstehenden Werten abzugrenzen.

 

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Stefanie Peschel
05.04.2016 - 17:32

Hier geht’s zur Homepage der Schulen ohne Rassismus