GameCheck: "Final Fantasy XV"

Roadtrip mit Royalty

10 Jahre lang war der neueste Teil der Final Fantasy Reihe aus dem Hause Square Enix in der Entwicklung. Fragt sich nur noch, ob sich das Warten gelohnt hat.
Kronprinz Noctis unterwegs mit seinen Begleitern
Kronprinz Noctis unterwegs mit seinen Begleitern

Die Handlung

Kronprinz Noctis Lucis Caelum begibt sich mit seinen drei königlichen Leibwächtern und Freunden Prompto, Gladio und Ignis auf den Weg zu seiner Hochzeit. Die soll nämlich den Waffenstillstand zwischen seiner Heimat Lucis und dem verfeindeten Imperium Niflheim sichern. Der Spieler steuert dabei Noctis.

Doch so friedlich bleiben die Ereignisse nicht. Noctis und Co. müssen bald erfahren, dass Insomnia, die Hauptstadt von Lucis, vom Imperium eingenommen und der König (also Noctis Vater) getötet wurde. Damit ist nicht nur die Hochzeit geplatzt, sondern Noctis ist nun auch König eines besetzten Landes. Um seine Heimat zurück zu erobern, sammelt er die magischen Waffen seiner Vorfahren und sucht um den Beistand der Götter. Hilfe bekommt er dabei von seiner ehemaligen Verlobten Lunafreya. Die ist nämlich nicht nur eine Kindheitsfreundin, sondern auch Kannagi - eine Art Orakel. Dadurch kann sie mit den Göttern sprechen. Hat Noctis jene von seiner Sache überzeugt, stehen sie ihm manchmal im Kampf bei.

Let's get ready to ...

Das Kampfsystem ist erstmal einfach. Noctis kann zwischen vier verschiedenen Waffen oder Zaubern im Kampf auswählen. Es gibt eine Taste zum Angreifen, eine fürs Blocken und Parieren. Auf Dauer wäre das ein wenig eintönig, wenn es da nicht noch den Warp-Angriff gäbe. Mit dem kann Noctis sich quer über das Schlachtfeld zu weit entfernten Gegnern teleportieren eine Menge Schaden anrichten. Er kann aber auch zu strategischen Aussichtspunkten warpen und von dort Lebenskraft regenerieren und die Lage auskundschaften.

Leider sind die Kämpfe oft durch die vielen Gegner und das schnelle Kampfgeschehen unübersichtlich. Da verliert man schnell mal den Überblick über die eigene Position. Die Kamera folgt Noctis zwar automatisch, kommt aber manchmal nicht hinterher. Wem es zu hektisch wird, der kann zumindest in den Wartemodus wechseln. Der pausiert das Kampfgeschehen, während Befehle gegeben werden können.

Noctis nutzt Waffen mithilfe der Magie seiner Blutlinie
Noctis nutzt Waffen mithilfe der Magie seiner Blutlinie

Fazit

Dem Spieler wird von Anfang an eine offene Spielwelt geboten. Durch die vielen Sidequests (Angeln, Monster jagen und Chocobos reiten - um nur ein paar zu nennen) lässt man gerne mal die Hauptquest für mehrere Stunden links liegen. Letztere ist aber auch ein wenig unausgereift. Die Story ist keineswegs schlecht. Allerdings wird sie erst nach mehreren Stunden aufregend. Die ersten 8 der 15 Kapitel wirken monoton und bestehen meist aus diversen Botengängen. Wenn die Story dann mal in Fahrt kommt, passiert vieles auf einmal und manch wichtige Ereignisse geschehen nur Offscreen. Wichtige Teile der Geschichte werden kaum erzählt. Auch viele interessante Nebencharaktere treten viel zu kurz auf. Um manche Elemente zu verstehen muss sogar der extra zum Spiel entwickelte Animationsfilm Kingsglaive geguckt werden.

Was das Ganze dennoch zusammen hält, sind die vier Hauptcharaktere. Noctis Begleiter stehen ihm nicht nur im Kampf hilfreich zur Seite. Sie necken, loben und tadeln einander. Mal campen sie unter freiem Himmel, kochen oder schießen witzige Fotos auf ihrer Reise. Richtiges Roadtrip Feeling eben! Final Fantasy XV hat seine Schwächen. Macht es trotzdem Spaß zu spielen? Absolut! Die Worte vor dem Titelbildschirm hat es sich auf jeden Fall verdient: Ein Final Fantasy für Fans und Neueinsteiger.

Hier gibt es die Rezension zum Nachhören:

mephisto 97.6 Redakteurin Eleen Reinke mit ihrer Rezension zu "Final Fantasy XV"
 
 

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Eleen Reinke
23.12.2016 - 11:04
  Games